Corona: KV warnen vor Ansturm auf Impftermine

Ende der Priorisierung : Kassenärztliche Vereinigungen warnen vor Ansturm auf Impftermine

Unmittelbar vor dem Ende der Priorisierung in den Corona-Impfzentren in NRW warnen die Kassenärztlichen Vereinigungen für Samstag eindringlich vor zu großen Erwartungen bei der Terminbuchung.

Nach Angaben der KV Nordrhein werden zunächst kaum Termine buchbar sein. Die KV Westfalen-Lippe erklärte, dass ab Samstag zwar jeder Bürger berechtigt sei, Termine in einem Impfzentrum zu vereinbaren. Es würden aber nicht unmittelbar ausreichend Impfdosen und damit ausreichend Termine für alle zur Verfügung stehen. Das müsse allen bewusst sein, hieß es.

Erst wenn das NRW-Gesundheitsministerium neue Impfkontingente freigebe, könnten die entsprechenden Termine im Buchungssystem freigeschaltet werden, erläuterte die KV Nordrhein am Freitag in einer Mitteilung. Hinzu komme, dass die Kreise und kreisfreien Städte einen Vorlauf für die Terminplanung und die Kapazitäten im jeweiligen Impfzentrum benötigten. Es sei davon auszugehen, dass erst im Laufe der kommenden Woche weitere Termine freigeschaltet werden könnten. Die KV Westfalen-Lippe bat um Geduld. Sie betonte aber: Alle Impfwilligen sollen in den kommenden Wochen ein Impfangebot erhalten.

Bisher war die Terminvergabe für eine Spritze in einem Impfzentrum nur für bestimmte Alters- oder Berufsgruppen möglich. Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) hatte am Donnerstag das Ende dieser Priorisierung in den Impfzentren ab Samstag angekündigt. In den NRW-Impfzentren werden nach seinen Angaben für die nächste Woche etwa 150.000 und für die übernächste Woche 220.000 Termine für Erstimpfungen bereitstehen. Außerdem impfen auch Haus-, Fach- und Betriebsärzte gegen das Coronavirus, sie haben ihre eigene Terminvergabe eingerichtet.

Laumann sagte, dass man – „wenn der Himmel über uns nicht zusammen bricht“ – bis Ende Juli jedem in NRW ein Impfangebot werde machen können. Nach Daten des Robert Koch-Instituts vom Freitag sind im bevölkerungsreichsten Bundesland bisher 55 Prozent der Bevölkerung mindestens einmal geimpft. Vollständig geimpft sind 36,4 Prozent.

(dpa)