Kreis Heinsberg: Christdemokraten sprechen sich gegen Leihstimmen für FDP aus

Kreis Heinsberg: Christdemokraten sprechen sich gegen Leihstimmen für FDP aus

„Leihstimmen“ für die FDP haben der stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Dr. Günter Krings aus Mönchengladbach, und der Kreis Heinsberger Bundestagskandidat der Union, Wilfried Oellers, bei einer Wahlkampfveranstaltung in der Oerather Mühle in Erkelenz eine klare Absage erteilt. „Bis zum letzten Tag“ werde um Erst- und Zweitstimmen für die CDU gekämpft.

Die beiden Christdemokraten äußerten allerdings auch ihre feste Überzeugung, dass die FDP den erneuten Einzug in das Parlament „aus eigener Kraft“ schaffen werde. Krings bezeichnete die FDP als den besten aller schlechten Koalitionspartner, ließ aber auch keinen Zweifel daran aufkommen, dass sein Einsatz ­dem Fortbestand des schwarz-gelben Regierungsbündnisses gelte.

Peter London, der Vorsitzende der örtlichen CDU, hieß die Gäste willkommen. Für Krings, der im Mönchengladbacher Stadtteil Herrath wohnt, war diese Fahrt ins benachbarte Erkelenz der kürzeste Anfahrtsweg überhaupt zu einer Veranstaltung in diesem Wahlkampf.

Er war gekommen, um Oellers zu unterstützen, der es verdient habe, „dass er gewählt wird und den Kreis Heinsberg kraftvoll in Berlin vertreten kann“. Im „Dreiklang zwischen Wohlstand, Freiheit und Sicherheit“ warb Krings für die Politik der Union, aber zu dem breiten Spektrum von Themen, die an diesem Abend vor und mit den rund 50 Zuhörern angesprochen und diskutiert wurden, gehörten auch „heiße Eisen“ aus der Region: der Braunkohlentagebau II und die Energiewende ebenso wie der Eiserne Rhein und der Gütertransport auf der Schiene.

„Wir zahlen seit Jahren einen hohen, hohen Preis für die Energiesicherheit unseres Landes“, sagte Krings unter Verweis auf Heimatverlust sowie wirtschaftliche und ökologische Probleme durch den Tagebau.

„Wir brauchen erneuerbare Energien“, sagte er, aber betonte dabei: „Energie muss auch bezahlbar sein.“ Deshalb plädierte Krings für eine „Energiewende mit Augenmaß“. Auf die Problematik der Bergschäden zielend, kündigte Oellers an, sich für eine Novellierung des Bundesberggesetzes einsetzen zu wollen.

Es gehe darum, dass von Bergschäden Betroffene eine günstigere Ausgangsposition als bisher erhalten würden. Er sehe keine sachlichen Gründe für den Unterschied, der in der Frage der Beweislast zwischen Braunkohle und Steinkohle gemacht werde.

Betroffenheit, aber auch Applaus löste der selbst von Garzweiler II betroffene Borschemicher ­Josef Boss mit seinen Worten zur Umsiedlung aus: „Man muss es verkraften. Das ist nicht einfach.“ Zurückblickend auf den lang­jährigen Widerstand gegen Garzweiler II, sagte Krings: „Vielleicht waren wir viel zu brav.“

Nein zur historischen Trasse

Krings und Oellers unterstrichen in der Frage des Gütertransports von Antwerpen ins Ruhrgebiet ihr klares Nein zur Reaktivierung der historischen Trasse des ­Eisernen Rheins — sprich unter anderem durch die Wegberger Innenstadt.

Während Oellers auf die „zukunftsweisende Variante“ entlang der A 52 verwies, bezeichnete hingegen Krings sowohl die historische Trasse als auch die Lösung an der A 52 als „Schimäre“, sprich als Trugbild oder Hirngespinst.

Er halte weder die historische Trasse, die zudem unzumutbar sei, noch die A-52-Variante, auch wenn er sie dreimal lieber habe als die alte ­Strecke, angesichts der Kosten für realistisch.

Er sei in dieser Angelegenheit auch nicht erfreut über Bundesverkehrsminister Dr. Peter Ramsauer, auch wenn der CSU-Politiker „unter vier Augen“, angesprochen auf die historische Trasse, sage, sie werde nach seiner Einschätzung „eh nicht kommen“ — aber dies tue er eben nur im privaten Gespräch.

Die von Krings favorisierte Lösung läge darin, auf bestehenden Strecken den Verkehr zu verdichten und Engpässe zu beseitigen. „Mit kleinen, realistischen Schritten“ sollte seiner Ansicht nach vorgegangen werden. Als Beispiel nannte der Mönchengladbacher unter anderem den zweigleisigen Ausbau der Bahnstrecke via Kaldenkirchen.

(disch)