Bundestagskandidat: CDU Aachen zieht mit Rudolf Henke in den Wahlkampf

Bundestagskandidat : CDU Aachen zieht mit Rudolf Henke in den Wahlkampf

Die CDU Aachen hat Rudolf Henke am Mittwoch erneut zum Direktkandidaten für die nächste Bundestagswahl nominiert.

Nichts Neues bei den Aachener Christdemokraten: Zum vierten Mal in Folge schickt die CDU Rudolf Henke als Spitzenkandidaten ins Rennen um ein Bundestagsmandat. Er kann sich dabei auf breite Unterstützung berufen: 76 der 84 stimmberechtigten Mitglieder gaben ihm am Mittwoch in der Aufstellungsversammlung die Ja-Stimme, zwei enthielten sich, sechs stimmten gegen ihn. Die Zustimmung liegt damit bei 92,7 Prozent. Eine Gegenkandidatin oder einen Gegenkandidaten hatte er nicht.

„Es ist nicht so, dass wir keinen Generationenwechsel können“, meint Henke. Doch für ihn und seine Partei ist der Zeitpunkt dafür augenscheinlich noch nicht gekommen. „Zum Glück statten wir die Menschen ja nicht mit einem Verfallsdatum aus“, meint er lachend. Henke wird in wenigen Tagen 67 Jahre alt.

Der gebürtige Dürener, der in seiner Zeit als Abgeordneter immer wieder auch wegen seiner Tätigkeit als Ärztefunktionär und wegen seiner hohen Nebeneinkünfte in die Kritik geraten ist, hält sich vor allem seine Expertise als Arzt zugute. So habe er auch stets gesagt, dass Politik die Fortsetzung der ärztlichen Arbeit mit anderen Mitteln sei.

Wie richtig er damit liege, habe er vor allem in dieser Legislaturperiode gesehen. Manche Debatte habe er durch seine Wortbeiträge entscheidend beeinflussen können, sagt er. Das gelte nicht nur für den Umgang mit Covid-19, sondern auch für die Diskussion um die Tabakwerbung oder die Kennzeichnung von Lebensmitteln. „Ich habe das Gefühl, was ich mache, ergibt Sinn und erzielt eine gewisse Wirkung.“ 

Erst vor wenigen Wochen ist Henke zudem zum Vorsitzenden des sogenannten parlamentarischen Begleitgremiums der Coronavirus-Pandemie gewählt worden. Henkes Erfahrung könne auch nach der nächsten Wahl noch gut im Bundestag gebraucht werden, ist Parteigeschäftsführer Stefan Dussin überzeugt.

Wie schon in den vorhergehenden Wahlkämpfen wird es für Henke auch diesmal wieder um alles oder nichts gehen. Um in den Bundestag zu kommen, muss er all seine Konkurrenten hinter sich lassen. Über die Liste wird er den Wiedereinzug nicht schaffen. Als sein schärfster Konkurrent bei der Wahl am 26. September gilt der Grüne-Mitbewerber Oliver Krischer (51). Ausgestattet mit einem Platz zwei auf der Landesliste, muss er sich allerdings keine Sorge um ein Ticket nach Berlin machen.

In der Vergangenheit sorgte regelmäßig der Zweikampf zwischen Henke und der SPD-Kandidatin Ulla Schmidt für Spannung in Aachen. Das wird diesmal anders sein, da die Genossen den Generationenwechsel schon vollzogen und die noch wenig bekannte Ratsfrau Ye-One Rhie (33) benannt haben. Als weitere Bewerber sind bislang Katharina Willkomm (FDP) und Andrej Hunko (Linke) bekannt.

Für kritische Töne war in der CDU-Aufstellungsversammlung, die unter den bekannten Corona-Bedingungen im Eurogress stattfand, kein Platz. Kanzlerkandidat Armin Laschet, von dem zunächst viele erwartet hatten, dass er sich in Aachen um das Direktmandat bewerben wird, war der Sitzung aus Zeitgründen nur per Videobotschaft zugeschaltet, um für Henke zu werben. Warum er in seinem Heimatwahlkreis nicht antritt, thematisierte er in dem zehnminütigen Grußwort nicht.

Henke sieht den Hauptgrund vor allem darin, dass Laschet an der Spitze der CDU kaum Zeit für Auftritte vor Ort hätte. Dies würde man ihm hier vermutlich vorwerfen, zumal das einst so schwarze Aachen längst kein Selbstläufer mehr für die CDU ist. Das hat die jüngste Kommunalwahl gezeigt, aus der die Grünen als stärkste Kraft hervorgingen. „Aber auch für sie wachsen nicht alle Bäume in den Himmel“, ist Henke überzeugt. „Ich freue mich auf den Wahlkampf“, sagt er, wobei er vor allem auf die direkten Begegnungen mit den Menschen auf der Straße setzt. „Ich hoffe sehr, dass das wieder möglich wird und dass auch die Witterung mitspielt.“

Vor vier Jahren lieferte sich Henke beim Kampf um die Erststimmen ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit Ulla Schmidt, das er mit 33,7 Prozent  gegen 32,5 Prozent knapp für sich entscheiden konnte.