Kreis Heinsberg: Bundesverband setzt sich für Aufklärung über Clusterkopfschmerz ein

Kreis Heinsberg: Bundesverband setzt sich für Aufklärung über Clusterkopfschmerz ein

Wie „ein glühender Nagel im Auge“ werde der Schmerz bei Clusterkopfschmerzen beschrieben, erklärte Jakob C. Terhaag aus Waldfeucht-Braunsrath vom Bundesverband der Clusterkopfschmerz-Selbsthilfe-Gruppen (CSG) zu dieser wenig bekannten Krankheit.

In der Geschäftsstelle der Barmer GEK in Heinsberg erläuterte er bei einem Treffen mit der Bezirksgeschäftsführerin der Krankenkasse, Claudia Schroeder, das Krankheitsbild und die Arbeit des Bundesverbandes der CSG. Die Barmer GEK unterstützte erneut das Engagement der CSG im Rahmen der Selbsthilfeförderung und überreichte einen Scheck über 2700 Euro.

Clusterkopfschmerzen träten sehr plötzlich auf und seien sehr intensiv, so Terhaag. Kinder würden nicht nur darunter leiden, wenn sie selber Schmerzen hätten. Eine ebenso große Belastung für Kinder seien auch die Schmerz­attacken bei Elternteilen, wusste Claudia Schroeder zu berichten. Die Folgeförderung für die CSG ermögliche zum Beispiel die Finanzierung von zwei Broschüren, die speziell für Kinder erarbeitet worden seien, betonte die Bezirksgeschäftsführerin der Barmer.

In einfachen Bildern mit Sprechblasen werde in den Broschüren der Clusterkopfschmerz Kindern nähergebracht. So würden sie erfahren, dass der Schmerz zwar intensiv, aber meistens auch nur kurz sei. Ebenso erführen sie, wie sie ihren Eltern im Falle einer Schmerzattacke helfen könnten, erläuterte Jakob C. Terhaag die kindgerechte Aufmachung der Broschüren. „Die Förderung hilft uns, unsere Aufklärungsarbeit auszuweiten“, freute sich Terhaag über die Unterstützung.

Aufklärung über eine Krankheit, die auch heute noch von vielen Ärzten nicht erkannt würde, wie Terhaag auch aus eigener Erfahrung schilderte, sei ein wesentlicher Baustein der Arbeit des Bundesverbandes. Seit 2001 seien acht medizinische Kompetenzzentren in Deutschland errichtet worden, die vor allem eine schnelle Terminvergabe zur Diagnose der Krankheit ermöglichten, berichtete Terhaag. Mehr als 50 Ansprechpartner fänden Betroffene im ganzen Bundesgebiet, die Beratung, Informationen und Gruppentreffen ermöglichten.

Im Jahr 2011 habe eine Erhebung ergeben, dass es mehr als 50.000 an Clusterkopfschmerz Erkrankte in Deutschland gebe. Eine Heilung für die Erkrankung gebe es nicht. Doch mit den richtigen Therapien ließen sich die Anfälle mildern. Auch wenn der typische Erkrankte männlich und etwa 30 Jahre alt sei, würden auch Frauen und Kinder erkranken. Deshalb sei vermehrt auch in der Arbeit der CSG das Augenmerk auf die Gruppen der Kinder, Schwangeren und Senioren zu legen, weil die geringen Therapiemittel, die eine Linderung ermöglichten, für die genannten Gruppen nicht angewendet werden dürften.

Mit der Aufklärungsbroschüre für Kinder stünden nun auch für Eltern und Schulen erste Informationen zur Verfügung. Claudia Schroeder sagte zu, die leicht verständlichen Informationen in der Geschäftsstelle in Heinsberg zur Verfügung zu stellen und auf die Thematik hinzuweisen.

Das nächste Gruppentreffen im Kreis Heinsberg findet am Dienstag, 3. November, um 20 Uhr in Waldfeucht-Braunsrath an der Clemensstraße 37 statt.

(jwb)