Heinsberg-Lieck: Bürgerhaus wie Phönix aus der Asche

Heinsberg-Lieck: Bürgerhaus wie Phönix aus der Asche

„Ein Phönix ist aus der Asche erstiegen.” Mit diesem Satz schloss Jo Dautzenberg anlässlich der offiziellen Eröffnung des neuen Bürgerhauses in Lieck nicht nur seine Rede.

Der Vorsitzende der Interessengemeinschaft Liecker Vereine (IG LiVe) beschrieb damit auch kurz, aber ganz anschaulich, was sich im Ort abgespielt hat, seit das ehemalige, gemeinsame Vereinsheim von Schützen, Liederkranz und Trommlerkorps am 13. Dezember 2008 in Flammen aufgegangen war.

In dreieinhalb Jahren entstand an alter Stelle ein schmuckes, neues Bürgerhaus. Zur ersten Feier darin konnte Dautzenberg jetzt nicht nur Vertreter der im Ortsring Kirchhoven-Lieck zusammengeschlossenen Vereine begrüßen, sondern auch zahlreiche Vertreter aus Politik und Verwaltung, angeführt von Bürgermeister Wolfgang Dieder.

Wenn man auch vor dem Brand schon einmal über einen Neubau nachgedacht habe, „entwickelte sich das Projekt Vereinsheim/Bürgerhaus geradezu rasant”, erklärte er. Im September 2009 habe der Bauausschuss den Neubau beschlossen. Baubeginn war im März 2010. Handwerklich lief alles gut, aber im Sommer 2012 drückte ein Sturm die Südseite ein, wo noch kein Ringanker eingebaut war, wie Dautzenberg berichtete. „Es war auch nicht immer leicht, unsere Wünsche mit den gedeckelten Mitteln für das Projekt Bürgerhaus Lieck unter einen Hut zu bringen”, fügte er hinzu.

Sein Dank ging daher an die ortsansässigen Unternehmen, die sich als Sponsoren einbrachten. „Wir haben hier eine provisorische Sponsorentafel errichtet, die wir, wenn wir hierzu einen Sponsor finden, in eine dauerhafte Erinnerungstafel umwandeln wollen”, schmunzelte er in die Runde der zahlreichen Besucher.

Insgesamt hätten die „Kümmerer”, wie er die Ehrenamtler am Bau nannte, insgesamt 5000 Arbeitsstunden geleistet. „Und ich bin mir sicher, dass alle diejenigen, die ihr Herzblut am Bau gelassen haben, auch in Zukunft ein waches Auge auf die pflegliche Nutzung und Erhaltung dieses Bürgerhauses haben werden.”

Als „phantastisch” bezeichnete der Bürgermeister das fertige Werk, bevor er den Schlüssel offiziell an Dautzenberg übergab. „Wenn auch der äußere Eindruck eine traditionelle Architektur widerspiegelt, ist das Innenleben umso beeindruckender, ich meine sogar spektakulärer”, erklärte er. „Wir können völlig mit Recht und nicht ohne Stolz von einem echten Hightech-Gebäude sprechen.” Die Gebäudetechnik sei dank der Fachkenntnis der maßgeblichen ehrenamtlichen Helfer das modernste, was Heinsberg derzeit zu bieten habe, fuhr er fort und zeigte auf den berührungsempfindlichen Bildschirm (Touchscreen) hinter der Theke, mit dessen Hilfe sich die gesamte Technik im Bürgerhaus steuern lässt.

Sein Dank ging schließlich an alle, die sich ehrenamtlich für das Projekt engagiert haben. „Diese Hingabe zur Vereinsarbeit ist aller Ehren wert und verdient größtes Lob”, sagte er. „Denn was wären wir ohne die Vereine in Heinsberg?”

Dem Dank von Dautzenberg an Johannes Rongen, der das Projekt für die Stadtverwaltung betreute, schloss sich auch Dieder an: „ Der jammert nicht, der macht!”

Die beiden Pfarrer Arnold Houf für die katholische und Sebastian Walde für die evangelische Kirche segneten das Gebäude anschließend ein. Für die musikalische Unterhaltung sorgte der Liederkranz Lieck.

Auch private Feierlichkeiten sind möglich:

Das neue, behindertengerecht gestaltete Bürgerhaus bietet einen Veranstaltungsraum mit 120 Sitzplätzen, dazu einen Thekenbereich sowie eine Beschallungs- und Medienanlage. Hinzu kommen eine separate, komplett ausgestattete Küche, Toiletten und ein Abstellraum.

Die IG LiVe hat das Gebäude für 25 Jahre von der Stadt gemietet, was es ihr ermöglicht, das Bürgerhaus auch für private Feierlichkeiten zur Verfügung zu stellen.

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