Kreis Düren/Jülich: Brückenkopf-Zoo: Nach der „Seenot” hofft man auf besseres Wetter

Kreis Düren/Jülich: Brückenkopf-Zoo: Nach der „Seenot” hofft man auf besseres Wetter

So ein Leben in der Rotte ist wirklich nicht ohne. Erst ist es saukalt, dann tierisch rutschig und jetzt schweinenass. Die große Borstenvieh-Familie im Brückenkopf-Zoo ist nach dem heftigen Wintergastspiel und dem folgenden Tauwetter sogar in „Seenot” geraten. Das Gehege stand größtenteils unter Wasser.

Auf einer schmalen Fläche hatten die Wildschweine Zuflucht gefunden. „Sie hoffen jetzt auf besseres Wetter”, hatte Karin Käsmann nach persönlicher Rücksprache erfahren. Dann gewinnen Bachen, Keiler und Frischlinge wieder Land.

Zweiteilung

Wer sich beim Spaziergang durch Park und Zoo über die auf den ersten Blick merkwürdige „Zweiteilung” des schweinischen Bestandes gewundert hat, dem kann geholfen werden: Auf der „Eselseite” sind zwei Handzucht-Wildschweine Doppelherrscher über ein Gehege, Mutter und Tochter namens „Ferkel” und „Fussel”. Vater „Alfred” ist verstorben.

Weil nur schwer vorherzusagen ist, was passiert, wenn man die beiden in die große Rotte auf der anderen Seite des Weges zu integrieren versucht, gehen die Zoo-Verantwortlichen auf Nummer sicher. „Wenn die beiden angegriffen werden sollten, kriegen wir die ja nie mehr auseinander”, erklärt Karin Käsmann, die mit ihrem Mann, Tierpfleger Armin Käsmann, die Handzucht des ersten ausgesetzten Frischlings noch in guter Erinnerung hat. „Ferkel” ging später sogar an der Leine und unternahm gern auch Spritztouren als Beifahrer im Auto.

„Ist der Hirsch der Mann vom Reh?”

Während junge Zoo-Gäste Esel und Schweine noch verhältnismäßig gut unterscheiden können, ist es um das weitere biologische Wissen nach jahrelanger Beobachtung von Karin Käsmann nicht gut bestellt.

„Ist der Hirsch der Mann vom Reh?” - dieser Buchtitel sei authentisch, „das hören wir oft”.

Das soll so aber nicht bleiben. Deshalb hat die Frau im Zoo-Team, zu dem auch Tierpfleger Hans Kehl gehört, ein Kursangebot aufleben lassen: In drei Kursen ab Mitte März haben jeweils maximal zehn Kinder zwischen sechs und zehn Jahren die Chance, sich als „Mini-Pfleger im Einsatz” zu versuchen.

Sie stehen jeweils an Dienstagnachmittagen auf dem Plan: Kurs 1 (14.30 - 16 Uhr) beginnt am 15. März, Kurs 2 (15.30 - 17 Uhr) am 3. Mai und Kurs 3 (15.30 - 17 Uhr) am 21. Juni (siehe unten stehenden Infokasten). Zusätzlich gibt es im Brückenkopf-Zoo viele Ferienaktionen.