Kreis Heinsberg: Blindenverein feiert 60-Jähriges: Noch viel zu tun

Kreis Heinsberg: Blindenverein feiert 60-Jähriges: Noch viel zu tun

Viel Spaß hatten die gut 50 Gäste bei der Feier zum 60-jährigen Bestehen des Blinden- und Sehbehindertenvereins des Kreises Heinsberg. Dafür sorgte nicht nur die musikalische Unterhaltung mit Christoph Manuel Jansen, der am Flügel mit Evergreens für Stimmung sorgte.

Im Bürgersaal des Hauses Basten in Geilenkirchen freuten sich Vorsitzender Heinz Wolf und sein Stellvertreter Wilfried Butzheim über eine ganze Reihe hochkarätiger Gäste. Darunter waren neben Schirmherr MdB Wilfried Oellers (CDU) auch Amtskollege MdB Norbert Spinrath (SPD) sowie Gerd Kozyk, der als Fachgruppenleiter für Umwelt, Verkehr und Mobilität im Landesverband NRW einen Vortrag zur barrierefreien Gestaltung im öffentlichen Verkehr hielt.

Christoph Manuel Jansen sorgte für die musikalische Unterhaltung bei der Feier im Geilenkirchener Haus Basten.

Dabei ging es Kozyk vor allem um das Verständnis dafür, wie sehbehinderte Menschen ihre Umwelt wahrnehmen. Dass dabei noch genug zu tun ist, bekräftigte auch Heinz Wolf, der seine eigentlich angedachte Rede allerdings in vielen Punkten zusammenstreichen konnte. „Das lag daran, dass der Schirmherr schon alle Dinge, die ich ansprechen wollte, in seinen Worten wiedergegeben hat“, meinte Wolf lächelnd.

So durften die Ausführungen von Wilfried Oellers an diesem Vormittag in Geilenkirchen eine Hauptrolle spielen. Er sah den Verein als einen wichtigen Ansprechpartner für alle Betroffenen und ihre Angehörigen. Dabei komme es insbesondere auf fallbezogene Einzelberatung und Unterstützung an. Dies sei schon bei der Gründung des damals noch Blindenverein genannten Clubs im Jahr 1956 wichtig gewesen — und gelte noch bis heute. „Ob es um die Umgestaltung der Wohnung geht, oder die Suche nach einem adäquaten Arbeitsplatz, um soziale oder medizinische Fragen, um die Anschaffung von Hilfsmitteln oder die Freizeitgestaltung: Sie kennen sich aus und können praktische Angebote machen“, lobte Oellers die Arbeit der im Verein organisierten Menschen.

Sich austauschen, Mut machen und zu merken, dass man mit den eigenen Problemen nicht alleine dasteht, sah auch Heinz Wolf als einen wesentlichen Punkt an, der die Arbeit im Verein ausmacht. „Dies bedeutet Rückhalt, um das Leben soweit wie möglich in die eigene Hand zu nehmen“, unterstrich er.

Das gelte natürlich auch für das Arbeitsumfeld, wobei das im Gesetzgebungsverfahren befindliche Bundesteilhabegesetz laut Wilfried Oellers helfen könne. „Kernziele des Gesetzes sind, mehr Selbstbestimmung und umfangreichere Teilhabe von Menschen mit Behinderung sicherzustellen sowie in Zukunft staatliche Leistungen aus einer Hand zu gewähren“, schloss er.

So sollen sich die Leistungen künftig am persönlichen Bedarf orientieren und in einem bundeseinheitlichen Verfahren personenbezogen ermittelt werden. So könnten laut Oellers die Leistungen für Menschen, die aufgrund einer wesentlichen Behinderung nur eingeschränkte Möglichkeiten haben, aus dem bisher angewandten Fürsorgeprinzip herausgeführt und zu einem modernen Teilhaberecht weiterentwickelt werden.

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