Kreis Heinsberg: Bischof Heinrich Mussinghoff legt Grundlagenpapier vor

Kreis Heinsberg: Bischof Heinrich Mussinghoff legt Grundlagenpapier vor

Mit einem verbindlichen Grundlagenpapier hat Bischof Heinrich Mussinghoff alle Pfarreien im Bistum Aachen darüber informiert, welche Veränderungsprozesse bis zum 1. Januar 2010 auf den Weg gebracht werden sollen.

Der Bischof, Generalvikar Manfred von Holtum und der Leiter der Hauptabteilung Pastoral/Schule/Bildung, Pfarrer Rolf-Peter Cremer, stellten die neue Broschüre am Freitag bei einem Pressegespräch im Haus der Regionen in Mönchengladbach für die Regionen Mönchengladbach, Heinsberg, Kempen-Viersen und Krefeld vor.

15.000 Exemplare erhalten alle Pfarreien, Kirchenvorstände, die Seelsorger und Pfarrgemeinderäte. „Kirche in Rufnähe” heißt sie und befasst sich mit dem Kernstück der Umgestaltung, den 71 Gemeinschaften der Gemeinden. Sie unterrichtet über die Gestaltung der GdG, das pastorale Personal, die Rechtsform, die Organisation der Verwaltung und die Finanzen.

Der Bischof erläuterte noch einmal die Notwendigkeit des gewaltigen Umbruchprozesses, auch im Zusammenhang mit dem Migrationshintergrund von 32 Prozent der Bevölkerung in Nordrhein-Westfalen. Man erreiche immer weniger junge Menschen, so der Bischof, allenfalls zehn Prozent der Katholiken besuchten regelmäßig die Gottesdienste und das Kirchensteueraufkommen werde bis zum Jahre 2030 um 50 Prozent sinken. Da müsse die Kirche der Zukunft gerüstet sein.

Das Evangelium solle wieder zu den Menschen getragen werden, die Mitarbeit und die Verantwortung der Ehrenamtler müsse noch stärker werden.

Der Bischof wörtlich: „Jesus hat keine Kirchen gebaut. Er ist mit seinen Jüngern losgezogen, unterwegs gewesen, und etwas davon, von diesem Geist, muss uns bleiben. Wir dürfen uns nicht hinter dicken Mauern verschließen.”

Die Kirche in Rufnähe, so die Verantwortlichen im Bistum weiter, zähle auf Beteiligung und Teilhabe aller Getauften, aber nicht alle Filialgemeinden müssten alle kirchlichen Angebote vorhalten. Großer Wert wird auf die Kundschafter für soziale Not und die für religiöse Suche und ihre Arbeit gelegt, um Veränderungsprozesse in der Gesellschaft zu erkennen.

Mussinghoff bekannte, dass sich die frühere Ausbildung der Priester, wie er sie noch erhalten habe, nach dem Grundsatz „Meine Gemeinde und ich”, überlebt habe.

Schließlich wurde noch klargestellt, dass das nordrhein-westfälische Kinderbildungsgesetz von den Kindertagesstätten ein hohes Maß an Flexibilität und Innovation verlange. Um die katholischen Einrichtung zu sichern, erhalten die Pfarreien ab 1. Januar 2010 die Möglichkeit, die Trägerschaft in eine der neuen Trägerverbünde zu überführen.

Etwa zwei Drittel der GdG seien bereits gebildet, auf dem Weg oder kurz vor dem Abschluss. Von den 540 ursprünglichen Pfarreien bestünden augenblicklich noch 140, zum 1. Januar 2010 solle mit 71 Gemeinschaften der Gemeinden die Kirche am Ort zukunftsfähig sein.