Kreis Heinsberg: „Bindung vor Bildung“ lautet der Leitsatz

Kreis Heinsberg : „Bindung vor Bildung“ lautet der Leitsatz

„Welche Bücher bringe ich zur ersten Lesestunde mit, um Leselust zu wecken? Wie baue ich ein Vertrauensverhältnis zum Kind auf? Wann sollte ich andere Materialien einsetzen, um den Schüler nicht zu ermüden?“

Antworten auf all diese Fragen und viele Tipps aus ihrer langjährigen Erfahrung gab Mentoren-Coach Evelyn Derenthal aus Berlin den angehenden Leselernhelfern des Vereins „Mentor — Die Leselernhelfer Kreis Heinsberg“.

In zwei Gruppen ließen sich fast 50 Mentorinnen und Mentoren, darunter viele ehemalige Lehrer und Erzieher, in den Räumen der Volkshochschule in Heinsberg von der Literatur- und Heilpädagogin in die Praxis des Lese-Mentorings einführen. Nach den Herbstferien will der Verein im gesamten Kreisgebiet mit der Hilfe seiner Leselernhelfer beginnen, förderwillige Kindern und Jugendliche in ihrer Lesekompetenz zu fördern — ohne Zeit- und Notendruck, dafür mit viel Zuwendung und Geduld.

Der zentrale Leitsatz beim Basiscoaching hieß dann auch: „Bindung vor Bildung“. Eine gute pädagogische Beziehung sei Voraussetzung für das eigentliche Lernen, bei dem die Mentoren als Sprachvorbilder dienen, so Evelyn Derenthal. Kärtchen mit verdrehten Sätzen, Silbensalat, Memory oder Wimmel-Bilderbücher: Die Literaturpädagogin stellte verschiedene Materialien vor, die zum spielerischen Umgang mit der Sprache anregen und deshalb in der Lesestunde zum Einsatz kommen können.

Kreative Ideen entwickelt

Im regen Austausch mit den künftigen Leselernhelfern stellte sich heraus, dass einige bereits selbst kreative Ideen entwickelt hatten, um das Thema Lesen mit dem für die Schüler motivierenden Spaßfaktor zu verbinden: „Ich werde zerschnittene Rezepte wieder zusammensetzen lassen, um mit dem Kind in der Schulküche danach zu kochen“, erklärte ein Mentor. Die Zustimmung „seiner“ Grundschule, zu der er guten Kontakt pflegt, hat er bereits.

Das war noch ein weiterer Tipp von Evelyn Derenthal: „Hospitieren Sie doch einmal für ein paar Stunden in der gewünschten Altersklasse an einer Schule in Ihrer Nähe“, um ein Gefühl dafür zu bekommen, wie Schule heute abläuft und „wie die Kinder so drauf sind“, riet sie den Mentoren. Wichtig sei, dass jeder Leselernhelfer mit seinem Kind den individuell geeigneten Weg finde, der beiden Seiten Freude und kleine Erfolgserlebnisse bringe.

Nähere Informationen

Wer selbst gern mit Kindern lesen möchte, erhält nähere Informationen bei der Geschäftsführerin von „Mentor — Die Leselernhelfer Kreis Heinsberg“, Marie-Theres Jakobs-Bolten, Telefon 02431/804-290. Die E-Mail-Adresse lautet: Marie-Theres.Jakobs-Bolten@kskhs.de.

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