Kreis Heinsberg: Bezirksseniorentag: „Familienpolitik ist nicht etwas Zweitrangiges”

Kreis Heinsberg: Bezirksseniorentag: „Familienpolitik ist nicht etwas Zweitrangiges”

Das „Ja zum Kinde in ausreichendem Maße” hat der Präsident der Europäischen Senioren-Union, Dr. Bernhard Worms, als Festredner beim Bezirksseniorentag am Mittwochnachmittag in der Festhalle von Heins­berg-Oberbruch vor rund 300 Zuhörern als ein überlebenswichtiges Ziel bezeichnet.

Es könne so nicht weitergehen, meinte er mit Blick auf gesunkene Kinderzahlen. Wenn sich dieser Trend fortsetze, dann, in 100 bis 150 Jahren, „dann gibt es unser deutsches Volk nicht mehr”, so Worms. „Familienpolitik ist nicht etwas Zweitrangiges”, betonte er. Arbeitsplätze müssten so normiert werden, „dass die Entscheidung pro Familie, pro Kind möglich bleibt”, sagte der ehemalige Staatssekretär im Bundesarbeitsministerium. Auch der Bundesvorsitzende der Senioren-Union, Prof. Dr. Otto Wulff, hatte in seinem Grußwort gefordert, die Familienpolitik müsse wieder in den Mittelpunkt gerückt werden: „Eine Nation ohne Kinder hat keine Zukunft!”

Instrumentalverein spielt auf

Aus dem gesamten CDU-Bezirksverband Aachen (aus der Städteregion Aachen sowie aus den Kreisen Düren, Euskirchen und Heinsberg) waren die Senioren nach Oberbruch gekommen, wo der Instrumentalverein Herbach für die musikalische Einstimmung und Begleitung der Veranstaltung sorgte. Der Heinsberger Kreisvorsitzende der Senioren-Union, Winand Ruland, und der Bürgermeister von Heinsberg, Wolfgang Dieder, hießen die Gäste in der Festhalle willkommen. Auf den Slogan „Heinsberg zieht an!” verweisend und die Kreisstadt in Kurzform porträtierend, lud Dieder die Gäste zum Wiederkommen ein: „Ein Besuch in Heinsberg lohnt sich”, zumal sich Christdemokraten angesichts der klaren Mehrheitsverhältnisse im Stadtrat auch politisch in Heinsberg wohlfühlen würden.

Marwin Altmann, Vorsitzender der Jungen Union im Kreis Heinsberg, unterstrich die intensive Zusammenarbeit zwischen Junger Union und Senioren-Union. Der Dürener Bundestagsabgeordnete und Aachener CDU-Bezirksvorsitzende, Thomas Rachel, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesforschungsministerium, stellte die drei Markenkerne der Union heraus: das christliche Menschenbild, die soziale Marktwirtschaft und die europäische Integration.

In seiner Festrede hatte Bernhard Worms seine Parteifreunde gemahnt, einmal mit Argusaugen zu betrachten, welche Partei bei den Wahlen zuletzt wirklich die stärkste Partei gewesen sei: die Partei der Nichtwähler. Er rief die Senioren dazu auf, zu kämpfen und Bürger anzusprechen, damit wieder ein demokratischeres Wahlverhalten mit Beteiligungen von 70 bis 75 Prozent erreicht werde und das Vaterland nicht an Extreme von rechts und links ausgeliefert werde. Ein Bekenntnis zur Heimat, Sprache und Kultur Deutschlands spreche nicht nur die Köpfe, sondern auch die Herzen der Bürger an. Wichtig sei es, Vorbild zu sein - und dies habe mit Glaubwürdigkeit und Vertrauen zu tun,.

„Wir sind gefordert, Spuren zu hinterlassen”, sagte Worms. Auf einem felsenfesten Fundament des christlichen Glaubens und der sozialen Einstellung könne dies gelingen. Auch in einer sich dramatisch verändernden Welt mit ihren Herausforderungen und neuen Zuschnitten stelle sich die Frage: „Warum sollen wir Abschied nehmen von sozialer Marktwirtschaft?”

Der Dank des Bezirksvorsitzenden Norbert Gönnewicht in seinem Schlusswort - vor dem Erklingen der Nationalhymne - galt nicht nur dem Festredner und allen Gästen, sondern insbesondere dem gastgebenden Heinsberger Kreisverband der Senioren-Union (mit Winand Ruland, Ulrich Jers und Emmi Hülser an der Spitze) für das Engagement bei der Organisation des Bezirksseniorentages, der 2012 im Kreis Euskirchen stattfinden wird.

Konrad-Adenauer-Medaille für Leo Plum

Der Bundesvorstand der Senioren-Union hatte 2004 beschlossen, die Konrad-Adenauer-Medaille zu stiften. Mit dieser Auszeichnung soll verdienten Frauen und Männern für ihr herausragendes ehrenamtliches oder bürgerschaftliches Engagement gedankt werden.

Beim Bezirksseniorentag am Mittwoch in Oberbruch wurde die Auszeichnung an „einen verdienstvollen Mann” verliehen, der seit mehr als 47 Jahren für die Ideale der Union stehe, so formulierte es Bezirksvorsitzender Norbert Gönnewicht. Geehrt wurde Leo Plum, der 1964 in Alsdorf der CDU beitrat, seit 1991 der Senioren-Union angehört und viele Jahre Vorstandspositionen wahrnahm. Gönnewicht dankte ihm für die langjährige Arbeit und für die Loyalität.

Überreicht wurde die Konrad-Adenauer-Medaille vom Bundesvorsitzenden der Senioren-Union, Prof. Dr. Otto Wulff.