Kreis Düren: Bevölkerungsschutz im Kreis Düren: Vom Fuhrpark bis zur Katastrophenhilfe

Kreis Düren: Bevölkerungsschutz im Kreis Düren: Vom Fuhrpark bis zur Katastrophenhilfe

Wenn Sie im Kreis Düren die 112 rufen, landen Sie in Stockheim. Im Schatten des markanten Schlauchturmes sitzt die Leitstelle, die Feuerwehren und Rettungsdienste koordiniert. Still steht das Telefon dort eigentlich nie. Schwere Unfälle und Brände werden dort ebenso gemeldet wie ein umgestürzter Baum. Rund 140 Einsätze gilt es, pro 24-Stunden-Schicht zu koordinieren.

Die Männer, die in der Leitstelle arbeiten, sind hochkonzentriert und keineswegs hektisch. Sie müssen wissen, welcher Rettungswagen gerade im Einsatz, auf Anfahrt, auf dem Rückweg ist — und daraus Konsequenzen ziehen, wenn ein weiterer Einsatz in der Nähe gemeldet wird. Dann gilt es zu entscheiden, ob der RTW aus Heimbach, der gerade auf dem Rückweg zufällig in der Nähe ist, den Einsatz übernehmen kann. Oder fährt dieser doch besser in die tiefere Eifel fährt, um dort wieder verfügbar zu sein?

Stefan Nepomuck ist Chef der Leitstelle. Foto: smb

Per Knopfdruck geben alle RTW ihren Status bekannt. Auf den vielen Bildschirmen werden diese Infos auch farblich dargestellt, die Männer haben stets fünf Monitore im Blick. Alle Einsätze werden dokumentiert, alle Telefonate aus Gründen der rechtlichen Absicherung aufgezeichnet.

Die Leitstelle ist immer mit fünf Mann besetzt, die im 24 Stunden-Dienst arbeiten und dann zwei Tage frei haben. Die 24 Stunden sind aufgeteilt in 13 Stunden Tischdienst und elf Stunden Ruhezeit. Bis 23 Uhr sind immer drei Personen an den Telefonen, nachts zwei. Die Disponenten dürfen das Gelände nicht verlassen, um bei Großeinsätzen jederzeit einspringen zu können.

Es ist die Aufgabe der Leitstellendisponenten, die Anrufer so zu befragen, dass sie die wichtigsten Infos für den Einsatz in Erfahrung bringen. Das ist nicht immer einfach, schließlich sind die Leute oftmals aufgeregt, haben Angst oder sind verletzt. Gesprächsführung ist daher das A und O. Schließlich muss gut überlegt sein, wer alles alarmiert wird und ausrücken muss. Und im Ernstfall leiten die Disponenten Ersthelfer auch bei der Reanimation einer Person an. Der Job ist vielschichtig.

„Die Koordination von Feuerwehreinsätzen nimmt tatsächlich nur einen kleineren Teil unserer Arbeitszeit ein“, erklärt Stefan Nepomuck, der Chef der Leitstelle.

Alarmierung und Unterstützung

Je nach Brandart werde bei den Freiwilligen Feuerwehren der Kommunen ein bestimmtes Alarmierungsschema in Gang gesetzt. Dann machen die Leute vor Ort ihre Arbeit, gegebenenfalls setzen sich Mitarbeiter des auf dem Gelände ansässigen Feuerschutztechnischen Zentrums mit Spezialgeräten in Bewegung. Anders sieht das bei Großbränden oder Unwettern aus, bei denen die Leitstelle viel Koordinierungsarbeit leistet. Dann können weitere Leitstellenplätze hochgefahren werden, an denen Verwaltungsmitarbeiter oder Ehrenamtler die Disponenten unterstützen.

„Bei den Feuerwehren sind wir alarmierend und unterstützend tätig“, erklärt Nepomuck. Beim Rettungsdienst hingegen ist die Leitstelle weisungsbefugt. Sie entscheidet, welcher Wagen wohin fährt. Es gilt, die Einsätze von 18 Rettungswagen, sechs Notfallfahrzeugen und fünf Krankentransportwagen zwischen Heimbach und Titz zu koordinieren. Dazu liegt der Leitstelle eine Übersicht vor, in welchen Häusern Betten auf der Intensivstation frei sind.

Besonders arbeitsintensiv ist zum Beispiel die Koordination von Krankentransporten. „Wenn Patienten von einem Krankenhaus in ein anderes gebracht werden, müssen die infrage kommenden Wagen eine bestimmte Ausrüstung haben. Das alles gilt es zu klären. Wenn ein entsprechender Wagen aus dem Kreis bereits im Einsatz ist, müssen wir gegebenenfalls einen andern aus den Nachbarkreisen anfordern“, erklärt Nepomuck. Die Zeit sitzt den Disponenten oft im Nacken. Bei vielen Telefonaten gleichzeitig kann es in der Leitstelle lauter werden: Ein blinkendes Ohr dient den Mitarbeitern als Signal, wenn die Stimmen gedämpft werden müssen. Schließlich ist Konzentration gefragt.

Mehr von Aachener Zeitung