Erkelenz-Hetzerath: Beste Werbung um Verständnis für die Bauern

Erkelenz-Hetzerath: Beste Werbung um Verständnis für die Bauern

Das wunderschöne Herbstwetter bescherte dem 13. Bauernmarkt Hohenbusch rekordverdächtige Besucherzahlen. Tausende Menschen besuchten am Sonntag und Montag die alljährlich zum Erntedankfest stattfindende Veranstaltung rund um das historische Haus Hohenbusch bei Hetzerath.

In den Nebengebäuden, in der Parkanlage und auf dem angrenzenden Reitplatz hatte die Veranstaltungsgemeinschaft Bauernmarkt Hohenbusch, die St.-Stephanus-Schützenbruderschaft 1862 Golkrath” und die Schützenbruderschaft „Unserer lieben Frau 1418 Erkelenz” mit Unterstützung der Landwirtschaftskammer NRW wieder einmal ein buntes Programm rund um die Landwirtschaft mit 120 Ständen vorbereitet. Auch die Tatsache, dass in diesem Jahr beide Markttage Feiertage waren, dürfte dem Besucherzuspruch sehr zuträglich gewesen sein. Wer einen Parkplatz ergattert hatte oder so schlau gewesen war, den Pendelbus zu nutzen, der durfte sich für familienfreundliche 1,50 Euro, Kinder und Jugendliche sogar Eintritt frei, ins Getümmel stürzen.

Schon zur Marktöffnung am Sonntagmorgen um 11 Uhr war der Andrang riesig. Der Erkelenzer Bürgermeister Peter Jansen erschien zur offiziellen Markteröffnung in der Uniform seiner Hetzerather Feuerwehr. „Das ist jetzt keine Verkleidung”, scherzte Jansen, er sei mit seinen Feuerwehrkameraden vor Ort, falls doch mal was passieren sollte. „Wenn ich mir heute das Wetter anschaue, muss die Zahl 13 wohl doch eine Glückszahl sein, zumindest für den Bauernmarkt Hohenbusch. Wir hatten ja schon das unterschiedlichste Wetter in den vergangenen Jahren, aber 25 bis 30 Grad wohl noch nie.”

Kreislandwirt Hans-Gerd Joeris: „Der mittlerweile 13. Bauernmarkt wird vom Veranstalter seit Jahren mit Unterstützung der Landwirtschaftskammer professionell durchgeführt.” Auch in diesem Jahr sei die Landwirtschaft durch die Tierhalter und besonders durch die Landfrauen bestens vertreten. Joeris: „Sie leisten in hohem Maße einen Beitrag zum Verständnis der Verbraucher für die Landwirtschaft und für die Nahrungsmittelproduktion.”

Das Tuckern der Lanz Bulldogs

Marktleiter Wilfried Bürgers lud die Ehrengäste ein, die vielfältigen Attraktionen des Bauernmarktes Hohenbusch zu genießen. Doch zuvor wurde unter Aufsicht des Bezirksbundesmeisters des Bezirksverbands Erkelenz, Hermann-Josef Kremer, mit dem Luftgewehr das Ehrenvogelschießen ausgetragen. Ehrendiözesanpräses Hans Schmitz gebührte der erste Schuss. Ulrike Rohm von der KG „Knallköpp” Golkrath schoss am Ende den Vogel ab und gewann das Ehrenschießen.

Ein paar Meter weiter auf dem angestammten Platz auf der Wiese hinter dem Herrenhaus tuckerten bereits die ersten Lanz Bulldogs. Die Mitglieder des Lanz-Bulldog-Verein West zeigten den interessierten großen und kleinen Besuchern, wie Landwirtschaft bei unseren Vorfahren funktionierte. „Eine dauernde Plackerei”, wie es Kreislandwirt Hans-Gerd Joeris treffend formulierte. Wer sich die historischen Landmaschinen anschaute und den Vorführungen zusah, verstand schnell, wie viele Menschen schwer arbeiteten, um die Versorgung der Bevölkerung mit Nahrungsmitteln zu gewährleisten. Kreislandwirt Joeris: „Heute versorgen uns nur 1,3 Prozent der Bevölkerung in Deutschland mit Grunderzeugnissen der Nahrung.”

Während die Traktoren schon ihr beruhigendes „tuck, tuck, tuck” in den blauen Himmel pufften, heizte Willibert Mackerey aus Doveren die offene Feldschmiede an. Da gabs große Augen bei den Kleinen, und unter Aufsicht durften auch die Kinder mal mit dem Schmiedehammer auf den Amboss schlagen.

Schon früh um sechs Uhr war in Schwalmtal Hermann Giessen aufgestanden und hatte die ersten Schritte der Apfelkrautproduktion in die Wege geleitet. Im großen Bottich kochte er dann sein Apfelkraut auf dem Markt, rührte regelmäßig und erklärte mit viel Geduld und Humor den interessierten Besuchern, worauf es beim Apfelkrautmachen ankommt. Giessen: „Meine Frau meinte, tu noch was Zucker rein, sonst wird´s zu sauer.”

Die Rheinischen Landfrauen hatten die schwarzbunte Kuh Lotte zu Gast, das Maskottchen der Aktion „Milch kann mehr!”. Zum Thema Milch informierten die Landfrauen anhand von Infomaterial. Für die Kinder gab es die die Hampelkuh Lotte zum Basteln, aber vor allem suchten die Landfrauen den Dialog mit den Besuchern und trafen dabei auf großes Interesse für das landwirtschaftliche Produkt Milch.

Das kulinarische Angebot auf dem Bauermarkt war wieder breit gefächert vom Panhas über Reibekuchen, den Eintopf aus der Gulaschkanone bis zu den Köstlichkeiten im Kulinarikzelt und der Straußwirtschaft auf dem Reitplatz.