Kreis Heinsberg: Besonderes Konzerterlebnis im Haus Hall

Kreis Heinsberg: Besonderes Konzerterlebnis im Haus Hall

Von Zeit zu Zeit öffnet die Familie Spies von Büllesheim ihre Tore zu Haus Hall in Ratheim für besondere Kulturerlebnisse, so auch für das Konzert mit einem einmaligen Percussion- Ensemble im Rahmen der Jubiläumsveranstaltungen der Kreismusikschule Heinsberg.

Acht Schlagwerker unter der Federführung von Ralf Baumann, Solopaukist der Niederrheinischen Sinfoniker und lange Jahre Lehrer an der Kreismusikschule, konnte Musikschulleiterin Gerda Mercks vor dem erwartungsvollen, zahlreich erschienenen Publikum begrüßen. Eigens für „Schlag auf Schlag” hatten sich sechs ehemalige Schüler und Baumanns Nachfolger Achim Buschmann zusammen gefunden.

Sebastian Hopstein, Ralf Kurley, Kai Stoffels und Frank Welters sind inzwischen selbst als Musiklehrer und Profimusiker tätig, Dominik Mercks und Raphael Meyersieck haben die Musik als viel gefragte Bandmusiker zum Hobby gemacht.

Zu Beginn hörte man nur ein leichtes Klopfen aus dem Hintergrund, nach und nach kamen fünf Musiker mit einem Holzklangstab und Schlägel vor das Publikum und entwickelten über eine Dauer von mehr als zehn Minuten ein Rhythmusgeflecht, wobei sich immer nur eine Stimme änderte. Nach dieser Minimal Music „Pieces of Wood” von Steve Reich folgte der erste Höhepunkt mit „Ghanaia” von Matthias Schmitt. Afrikanische Impressionen stellten sich ein bei einem Klangteppich aus verschiedenen Percussioninstrumenten, über dem Ralf Baumann ein klangvolles Marimbaphon-Solo spielte.

„Tres Miniaturas Brasileiras” entführten nach Südamerika, wobei die beachtliche Anzahl von 19 verschiedenen Instrumenten zum Einsatz kam. Auch leise Töne bot das Konzert mit dem Vibraphon-Solo „Skating in Central Park”, gespielt von Frank Welters, und „Trinité” von Oscar Blarr. Hier spielten Ralf Kurley, Dominik Mercks und Frank Welters hinter den Zuhörern, die sich so ganz auf die sphärischen Klänge konzentrieren konnten.

Die ganze Palette der Trommelkunst zeigte Achim Buschmann bei der „Concert-Suite for Snare-Drum”, wobei er nicht nur mit Stöcken, sondern auch mit seinen Händen trommelte und auch Oberschenkel und Oberkörper als Schlagfläche nutzte. Ein komplettes Percussion-Set beherrschte Ralf Kurley bei seinem Solo „Canned Heat”.

Zum Schluss gab es noch etwas zum Schmunzeln: Die „Märsche, um den Sieg zu verfehlen”, von Mauricio Kagel karikieren die klassische Marschmusik: typische Märsche werden durch rhythmische und harmonische Verschiebungen verfremdet, was dem kompletten Percussion-Ensemble bravourös gelang. Lang anhaltender Beifall verabschiedete das Ensemble verbunden mit der Bitte, dass es nicht einmalig bleibt.

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