Kreis Heinsberg: Berufswahl: Theorie und Praxis vor der Weichenstellung

Kreis Heinsberg : Berufswahl: Theorie und Praxis vor der Weichenstellung

Mal gucken, wo es hingehen soll: Das denken wohl viele junge Menschen nach Abschluss der Sekundarstufe I: Welche Ausbildung und welche Schulform kommen dann in Frage? Genau mit diesen Punkten beschäftigen sich die beiden in Geilenkirchen am Berliner Ring ansässigen kreiseigenen Berufskollegs Wirtschaft (BKW) und Ernährung — ­Sozialwesen — Technik (EST) am Samstag, 30. Januar.

Dieser Tag - von 8.30 bis 12.30 Uhr - soll dabei helfen, das umfangreiche Angebot der berufsbildenden Schulen in Geilenkirchen zu demonstrieren. Das geschieht beispielsweise mit Unterrichtsbesuchen samt Führungen durch die Gebäude oder die Auflistung möglicher Schulabschlüsse und Kombinationen mit einer Ausbildung oder Praktika. Ergänzend dazu ist auch wieder die Kreishandwerkerschaft Heinsberg mit ihrem Angebot an Bord. Die Handwerker sind nun schon zum dritten Mal Teil dieser Gemeinschaftsaktion.

Die Berufskollegs arbeiten mit der Kreishandwerkerschaft zusammen. So sind auch Handwerksbetriebe beim ­Informationstag vor Ort, um über Ausbildungschancen zu informieren. Foto: Markus Bienwald

Einmonatige Anmeldefrist

Der Termin ist ganz bewusst gewählt, wie Rolf-Dieter Crott als Leiter des Berufskollegs EST erklärt: „An diesem Tag beginnt die einmonatige Anmeldefrist für unsere beiden Berufskollegs, so ist es ideal, wenn sich die Jugendlichen hier schon einmal einen Überblick verschaffen können.“ Dank der Integration der Kreishandwerkerschaft und ihren neun in Geilenkirchen ohnehin im Verbund mit den Berufskollegs angebotenen Ausbildungszweige wird so neben dem theoretischen Informationsteil über die Schulen auch die Möglichkeit geboten, sich praktisch mit dem möglichen Wunschberuf auseinanderzusetzen.

„Es ist eine gute Gelegenheit, die Entscheidung für den Berufseinstieg in die Hand zu nehmen“, so Hauptgeschäftsführer Dr. Michael Vondenhoff von der Kreishandwerkerschaft. Mit dabei sind Bäcker, Vertreter der Baugewerbe-Innung und der Elektrohandwerker, Fleischer, Friseure, Maler und Lackierer, Metallhandwerker, Straßenbauer und Tischler.

Die Angebote der Berufskollegs und des Handwerks sollen dabei nicht in Konkurrenz zueinander stehen, sondern ein möglichst breites Spektrum der Angebote abbilden, so der Wunsch der Organisatoren.

Niedrige Hemmschwelle

Für die Schulen ist dieser Tag mit dem praktischen Aspekt eine hervorragende Gelegenheit, die Möglichkeiten der Schule darzustellen. „Und dazu halten wir die Hemmschwelle niedrig, sich über die schulischen Möglichkeiten zu informieren“, so BKW-Schulleiterin Gabriele Kaspers. Selbst etwas machen, ausprobieren und oder beispielsweise die bei guter Wetterlage aktiven Pflasterer bei ihren Arbeiten zu beobachten, das dürfte sicherlich wieder eine Menge interessierter Besucher anziehen.

Zusammen mit Auszubildenden, die nicht viel älter sind als diejenigen, die sich vor Ort informieren wollen, ergibt sich so ein Konzept, das die Botschaft des Handwerks auf Augenhöhe vermitteln soll. „Wir laden nicht nur zum Kennenlernen und Mittun ein, sondern profitieren auch von unserer gewachsenen Kooperation mit der Agentur für Arbeit“, bringt Gabriele Kaspers noch einen weiteren Aspekt und Aussteller mit ein. Denn die Arbeitsagentur wird wieder mit einem großen Stand sowie aktiven und erfahrenen Beratern intensiv vor Ort tätig sein.

Dickes Programmpaket

Ein dickes Programmpaket also, das die Organisatoren da auf die Beine gestellt haben. Und wer will, ist eingeladen, auch schon ein paar Jahre vor den entscheidenden Weichenstellungen für die künftige Ausbildung zum Infotag zu kommen. Aber nicht zu früh, wie die Organisatoren bitten, denn wegen nötiger Aufbauarbeiten sind Beratungen und Gespräche an den Ständen erst ab 8.30 Uhr möglich.

„Dazu gilt nicht das Prinzip ‚Wer zuerst kommt, mahlt zuerst‘“, so Petra Pascher, Bildungsgangleiterin der Höheren Handelsschule. Schließlich dürfen sich die Schüler mit der Anmeldung noch bis einschließlich Freitag, 26. Februar, Zeit lassen.

Informieren können sich die Gäste am Veranstaltungstag auch über die aus einer Schülerinitiative entstandene „SPS-Foundation“ für Flüchtlingshilfe. Oder sie beteiligen sich sogar an der Live-Foto­aktion „Zeig‘ Gesicht gegen Rassismus“, die neben einem Projekt zur Erinnerungskultur in diesem Jahr den Reigen der Präsentationen beim Infotag am 30. Januar abrunden.

(mabie)
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