Kreis Düren: Bemühen um Integration mit Gütesiegel belohnt

Kreis Düren: Bemühen um Integration mit Gütesiegel belohnt

„Ohne Migranten würde mein Unternehmen heute nicht mehr funktionieren.” Bernd Ohlemeyer, Inhaber eines Handwerksbetriebs aus Merzenich, brachte die Sache auf den Punkt.

Sorgsamkeit im Umgang mit Menschen, deren Wurzeln nicht in Deutschland liegen, ist dem Elektriker wichtig - und ebenso den 22 weiteren Trägern des „Gütesiegels interkulturell orientiert”, das im Kreishaus erstmals verliehen wurde.

Zu den Empfängern zählen neben dem Mittelständler und einer ganzen Reihe von Familienzentren unter anderem auch das Diakonische Werk des Kirchenkreises Jülich, die Job-com und die Volkshochschule des Kreises.

Erdacht wurde das Gütesiegel von Elke Ricken-Melchert, Chefin des Amtes für Chancengleichheit, Familie und Senioren im Dialog mit Sybille Haußmann, Leiterin der Stabsstelle für Migrationsangelegenheiten, sowie ihren Mitarbeiterinnen Andrea Kenter und Nicole Schüller.

Um die Anerkennung können sich zum Beispiel Vertreter sozialer Institutionen, aber auch Unternehmer und andere Kandidaten mit einem beim Kreis erhältlichen Fragebogen bewerben. Dabei wird beispielsweise nach Kenntnissen über das Allgemeine Gleichstellungsgesetz wie nach dem Einsatz von ehren- und hauptamtlichen Dolmetschern wie mehrsprachigem Informationsmaterial gefragt.

Ist alles fertig ausgefüllt, wird der Betrieb beziehungsweise die Einrichtung von einer Jury besucht, die nachschaut und -hört, ob die Realität und die Angaben auf dem Fragebogen übereinstimmen. Wird dem Bewerber erst einmal das Gütesiegel zuerkannt, darf er es für drei Jahre führen, beispielsweise am Eingang aufhängen oder im Brief führen und dadurch seine Kompetenz im interkulturellen Bereich darstellen.

Vom Echo zeigten sich Elke Ricken-Melchert und Sybille Haußmann angetan. Anfragen aus Bremen, Siegen und anderen Städten zeigen, dass das Beispiel des Kreises Düren andere zur Nachahmung anregt. Diese Vorreiterrolle erkannte Kreisdirektor Georg Beyß, Vertreter von Landrat Wolfgang Spelthahn, in seiner kurzen Rede ausdrücklich an: „Das Siegel zeigt: Die Institutionen haben es wirklich verdient.”

Das sah auch Rainer Philipsen, Abteilungsleiter im Ministerium für Generationen, Familie, Frauen und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen, so. Er wertete die Initiative aus Düren als „sichtbares Beispiel des Mühens um Integration”.

Die ersten Träger des Gütesiegels im Überblick

Wer mehr über das „Gütesiegel interkulturell orientiert” des Kreises Düren wissen will, kann sich an Elke Ricken-Melchert (Telefon 02421/222260, E-Mail: amt17@kreis-dueren.de) oder Sybille Haußmann (Telefon 02421/221433, amt56@kreis-dueren.de) wenden.

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