Kreis Heinsberg: Beirat für Senioren: Gegen „ERK“ und „GK“ ausgesprochen

Kreis Heinsberg: Beirat für Senioren: Gegen „ERK“ und „GK“ ausgesprochen

Ein wesentlicher inhaltlicher Beratungspunkt bei der Sitzung des Beirats für Senioren und Generationenfragen beim Kreis Heinsberg war die Frage, wie sich der demografische und soziale Wandel im Kreis Heinsberg steuern lässt und wie die Menschen im Kreis Heinsberg aktiv in diesen Prozess eingebunden werden können.

Dem Beirat gehören 13 Mitglieder an, davon acht Vertreter aus Senioreninitiativen sowie je zwei aus den Bereichen Familie und Jugend und ein Mitglied aus den Fraueninitiativen. Der Beirat unterstützt die Arbeit des Kreistages und der Verwaltung. Er gibt den Generationen durch Rat und Anregung eine Stimme. Über die Stabsstelle Demografischer Wandel und Sozialplanung ist der Beirat an die Verwaltung angebunden.

Der Leiter der Stabsstelle Demografischer Wandel und Sozialplanung, Volkhard Dörr, informierte den Beirat bei der Sitzung über den Status quo des Sozialmonitorings im Kreis Heinsberg. Unter Sozialmonitoring ist die Zusammenführung und Analyse vieler Informationen aus Bereichen wie barrierefreies Wohnen und Lebensumfeldverbesserung für ältere Generationen, wohnraumnahe Erziehungs- und Bildungsangebote, der Bedarf an Pflege- und Jugendhilfemitteln, das Angebot an Unterstützungsstellen bei den Städten und Gemeinden des Kreises zu verstehen.

Um genau hinschauen zu können, ist der Kreis Heinsberg und seine kommunalen Untergliederungen in Sozialräume einzuteilen, die wiederum in den Städten und Gemeinden in Quartiere unterteilt werden sollen. Laut Dörr umfassen dabei Sozialräume 10.000 bis 15.000, Quartiere 2500 bis 3000 Menschen. Straßenraster, die mittels Stadtteilbegehungen helfen, festzustellen, wo sich notwendige Einrichtungen wie Apotheken, Einkaufsgelegenheiten, Haltestellen für den öffentlichen Verkehr, Jugendeinrichtungen befinden, machen dann auch bildlich den Status quo klar.

Auf der Grundlage dieser Sozialraum-Daten können Entscheidungen getroffen werden, wo Einrichtungen entstehen müssen, die den jugendlichen Menschen, den Familien und den Menschen im Rentenalter helfen, ihre Lebensumstände zu verbessern. Die dafür notwendigen politischen Beschlüsse seien im Frühjahr getroffen worden. Die Strukturen zur Zusammenarbeit mit den Verwaltungen seien im Kreis eingerichtet, ließ Liesel Machat, Stellvertreterin des Landrats und Sozialdezernentin des Kreises die Beiratsmitglieder wissen.

Der Beirat machte deutlich, dass er die Einbindung seiner Mitglieder in diese Prozesse wünsche und in einigen Kommunen durch Stadtteilbegehungen schon praktiziere. Die Kreis-Verwaltung wies darauf hin, dass die Beiratsmitglieder sich in den Städten und Gemeinden direkt an die Bürgermeister wenden können, um sich dort beratend und unterstützend gemäß ihrer Beiratsaufgaben aktiv einbringen zu können.

Ein weiterer Beratungspunkt war die Thematik, wie die zahlreichen Menschen mit Migrationshintergrund im Kreis eingebunden und mitbeteiligt werden können. Der Beirat einigte sich nach längerer Diskussion auf den Beschluss, über die Netzwerke Integration und Migrantenselbstorganisation eine gemeinsame Konferenz mit dem Beirat zu realisieren, um die Einbindung zu gewährleisten. Ein Arbeitskreis aus Vertretern der jeweiligen Initiativen des Beirates wurde mit der Vorbereitung beauftragt. Die Konferenz soll im Kreisgebäude im Oktober stattfinden.

Beim letzten Tagesordnungspunkt widmete sich der Beirat auch einem Thema, das zurzeit im Kreis Heinsberg die Menschen beschäftigt: Die Diskussion um die Einführung der alten KFZ-Kennzeichen GK und ERK. Der Beirat spricht sich gegen die Einführung der alten Kfz-Kennzeichen aus. In der Begründung für diesen Beschluss, der als Rat an die politischen Gremien erfolgt, beim einzigen Kennzeichen HS zu bleiben, führt der Beirat folgende Begründungen an: Aus Gründen der Identität aller Kommunen mit dem Kreis und aus den geschichtlichen Fakten seit der kommunalen Neugliederung im Jahr 1972 soll als einziges Kennzeichen HS für den Kreis gelten. Erinnert wird daran, dass im Zuge der Wiedervereinigung damals der gesamte Kreis dafür gekämpft habe, das HS-Kennzeichen nicht an die neuen Bundesländer abgeben zu müssen. Darüber hinaus sei der Kreis überregional mit dem HS-Kennzeichen erfolgreich verknüpft.

(jb)
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