Kreis Heinsberg: Beim Handwerk im Kreis Heinsberg läuft es rund

Kreis Heinsberg: Beim Handwerk im Kreis Heinsberg läuft es rund

Die Ergebnisse der Frühjahrs-Konjunkturumfrage der Handwerkskammer Aachen haben die Repräsentanten des Handwerks äußerst positiv gestimmt. Die Zahlen für den Kreis Heinsberg übertrafen dabei die des Kammerbezirks.

Der Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Aachen, Peter Deckers, und seine Stellvertreterin Nicole Tomys, sowie Dr. Michael Vondenhoff, Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Heinsberg, präsentierten die erfreulichen Zahlen in den Räumlichkeiten der Firma Stahlbau Frenken & Erdweg GmbH in Heinsberg-Dremmen der Öffentlichkeit.

Die Zahl 89 prangte an der Wand. „89 Prozent der Handwerksbetriebe im Kreis Heinsberg melden zum Frühjahr eine gute oder befriedigende Geschäftslage“, erklärte Deckers mit Blick auf die Bewertung des Vorhalbjahres. Im Sommer solle dies mit weiterem Schwung noch gesteigert werden. Denn beim Ausblick auf das kommende Halbjahr melden 92 Prozent im Kreis Heinsberg eine gute oder befriedigende Erwartung. Damit liege der Kreis Heinsberg deutlich über den Durchschnitt im gesamten Kammerbezirk; da wurden Werte von 86 Prozent bei der aktuellen und 83 Pozent bei der zukünftigen Lage verzeichnet.

Gleiches gelte auch für die Umsatzentwicklung. Im Vergleich zum Herbst sei die Umsatzkennziffer (Umsatzsumme gestiegen oder gleich) um elf Punkte auf 80 Prozent nach oben gegangen; im Kammerbezirk sind es aktuell 71 Prozent.

„Wenn die Rheinschiene boomt, dann profitieren auch die Betriebe im Kreis Heinsberg“, betonte Deckers. Insbesondere für die Handwerksbetriebe aus dem Bauhaupt- und Ausbaugewerbe führe der Konjunkturschub aus der Rheinschiene zu zusätzlichen Nachfrageimpulsen. 86 Prozent der Betriebe erwarten stabile oder steigende Bruttoeinnahmen im nächsten Halbjahr. Den Optimismus für den Sommer bestätigten auch Theo Erdweg, Geschäftsführer der Stahlbau Frenken & Erdweg GmbH, und Sohn Markus Erdweg für ihre Branche.

Die positive Nachfrage- und Umsatzentwicklung habe ebenfalls Auswirkungen auf die Beschäftigungszahlen, die seit Herbst auf hohem Niveau stabil geblieben seien, hieß es. Mit zwölf Prozent der Betriebe, die neue Mitarbeiter eingestellt hätten, liege der Beschäftigungsindikator (Beschäftigtenzahl steigend oder gleichbleibend) weiterhin bei 87 Prozent im Kreis Heinsberg; 13 Prozent bauten ab. Für das nächste Halbjahr würden neun Prozent der Betriebe neue Einstellungen planen, 85 Prozent erwarten eine gleichbleibende Zahl; sechs Prozent erwarten einen Personalabbau. Vondenhoff und die Vertreter der Handwerkskammer ließen aber keinen Zweifel an einer positiven Auswirkung der guten Konjunkturlage auch auf die Zahl der Arbeitsplätze erkennen.

Ein Problem dürfte aber die Suche nach qualifizierten Facharbeitern werden. Mit einem Rückgang um 91 Ausbildungsplätze auf nur noch insgesamt 1390 im Herbst 2015 hat sich auch die Zahl der Lehrlinge im Kreis Heinsberg um 6,1 Prozent verringert. Für die mehr als 3400 Handwerksbetriebe im Kreis Heinsberg gelte es, rechtzeitig neue Strategien für die Personal- und Azubi-Rekrutierung zu entwickeln, betonte auch Nicole Tomys. „In einigen Gewerben haben wir die Ausbildungsvergütung erhöht“, verwies Vondenhoff auf Ansätze zur Verbesserung der Ausbildungslage. Qualifizierungskurse, um Defizite auszugleichen, stünden ebenso auf dem Programm wie das Werben für die Akzeptanz des Facharbeiterberufes bei Abiturienten.

Die Betriebe selber engagierten sich ebenfalls bei der Integration von Facharbeitern aus den Reihen der Flüchtlinge. Mit Praktika werde die gegenseitige Eignung erprobt. Theo Erdweg bekräftigte, dass auch sein Betrieb ein bis zwei Praktikumsplätze für Flüchtlinge mit Erfahrung im Stahlbau anbieten würde.

(jwb)