Heinsberg-Dremmen: Behinderung auf der Matte kein Handicap

Heinsberg-Dremmen: Behinderung auf der Matte kein Handicap

„Kampfsport ist etwas für harte Kerle.” Dass dieses Klischee nicht stimmt, beweisen in Deutschland tausende von Senioren, Frauen und Kindern. Dass Kampfsport auch für Menschen mit Handicap geeignet ist, beweist das Ju-Jutsu Team Kihaku in Heinsberg-Dremmen.

In der Ju-Jutsu-Abteilung des TuS Rheinland Dremmen trainieren etwa 75 Mitglieder im Alter zwischen Mitte 50 und sieben Jahren regelmäßig die „sanften” Selbstverteidigungstechniken. Denn Ju-Jutsu ist japanisch und heißt übersetzt „sanfte Kunst”.

„Als wir uns im Jahre 2003 gegründet haben, dachte niemand darüber nach, einen Bereich für Menschen mit geistigen oder körperlichen Einschränkungen zu gründen. Als dann ein Mitglied im Rollstuhl auf uns zukam und fragte, ob er mitmachen könne, kam ein Stein ins Rollen”, erzählt Jochen Jansen, Pressesprecher des Vereins. Mit den Jahren kamen immer mehr Menschen mit Einschränkungen aufgrund des Alters oder aufgrund einer geistigen oder körperlichen Behinderung oder Erkrankung. Heute sind es weit mehr als zehn Sportler, die trotz Parkinson-Krankheit, Herz-Kreislauf- oder Lungen-Erkrankung, Wirbelsäulenschäden oder geistiger Behinderungen den Kampf mit der Krankheit oder Behinderung aufnehmen.

Der 2. Vorsitzende und selbst an Morbus-Parkinson erkrankte Norbert Spiertz erzählt von seiner Motivation: „Ju-Jutsu ist für mich ein Kampf gegen die Krankheit. Ich bewege beim Training Körperteile und Muskeln, die ich sonst nie bewegen würde. Und ich möchte anderen Menschen mit Handicap Mut machen, gegen ihre Beeinträchtigung zu kämpfen und aktiv etwas zu tun”.

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