Kreis Heinsberg: Bahnstrecke Heinsberg-Lindern kommt bei AVV-Versammlung zur Sprache

Kreis Heinsberg: Bahnstrecke Heinsberg-Lindern kommt bei AVV-Versammlung zur Sprache

Ganz in der Nähe des Kreishauses in Heinsberg an der Valkenburger Straße wurde auch am Dienstag auf der Bahntrasse gearbeitet, derweil kam im großen Sitzungssaal des Verwaltungsgebäudes die vor der Reaktivierung stehende Bahnstrecke Heinsberg - Lindern ebenfalls zur Sprache.

Bei der Verbandsversammlung des Aachener Verkehrsverbundes (AVV) berichtete AVV-Geschäftsführer Hans Joachim Sistenich zum aktuellen Stand der Dinge.

Das Baurecht liege nunmehr vor - mit einer Ausnahme: Die Planfeststellung zur Elektrifizierung stehe noch aus. Dies sei die letzte Hürde. Zuletzt hatte es zu diesem Thema einen Erörterungstermin im Heinsberger Rathaus gegeben. „Ich hoffe, dass das jetzt so über die Bühne geht”, sagte Sistenich. Die ganze Republik spreche heutzutage von Elektromobilität. Und die Gutachter hätten klipp und klar nachgewiesen, dass mit Blick auf die elektromagnetische Feldstärke die Grenzwerte überhaupt nicht - und zwar bei Weitem nicht - überschritten würden.

Sistenich kündigte an, dass er, sollte es bei der Genehmigung der Elektrifizierung doch noch Probleme geben, dies zu einem „bundesweiten Thema machen wolle. Er wolle dann Eisenbahnbundesamt und Netzagentur einschalten, sagte er auf Nachfrage und betonte zugleich, dass elektrifizierte Bahnsysteme die umweltfreundlichsten seien. Letztlich zeigte Sistenich aber Zuversicht: „Wir sind optimistisch.” Es werde an diesem Projekt weiter gearbeitet. Mitte, spätestens Ende nächsten Jahres sollen nach aktueller Einschätzung des AVV-Geschäftsführers die Züge gen Heinsberg rollen.

Zur Sprache kam in der AVV-Versammlung auch der Lückenschluss zwischen Linnich und Baal. Eine Realisierung dieser Bahnverbindung sei „in naher Zukunft nicht geplant”, hatte zuletzt der SPD-Landtagsabgeordnete Peter Münstermann (Langerwehe) unter Berufung auf den Regionalrat in Köln erklärt. Das Vorhaben - in der Integrierten Gesamtverkehrsplanung mit einem Gesamtvolumen von 20 Millionen Euro angemeldet - sei aufgrund eines negativen Kosten-Nutzen-Verhältnisses in die Stufe 2 des Verkehrsinfrastrukturplans eingeordnet worden. Für eine Realisierung des Projekts sei aber eine Einordnung in Stufe 1 zwingende Voraussetzung.

AVV-Geschäftsführer Hans Joachim Sistenich bestätigte am Dienstag, dass sich dieses Projekt, was Kosten und Nutzen angehe, „im Grenzbereich” bewege. Aktuell sei ein Gutachten kurz vor der Fertigstellung; dem wollte er jedoch nicht vorgreifen.

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