Düren: B56n: Straßenbau soll im Herbst beginnen

Düren: B56n: Straßenbau soll im Herbst beginnen

Die Rodungsarbeiten der vergangenen Tage sind der Beweis: Die Arbeiten an der Ostumgehung, der B 56n, kommen in Gang. Noch in diesem Jahr soll mit dem Bau des vier Kilometer langen Teilabschnittes zwischen Kölner und Stockheimer Landstraße begonnen werden, kündigt Arnd Meyer vom Landesbetrieb Straßenbau an.

„Wir bereiten derzeit die europaweite Ausschreibung vor“, erklärt der Projektleiter, im Herbst soll der Auftrag vergeben werden, so dass zeitnah die Bagger anrollen könnten — immer vorausgesetzt, es kommt zu keinen Beschwerden im Vergabeverfahren.

Gut ein Jahr nach dem offiziellen Spatenstich kommt damit Bewegung in das seit Jahrzehnten von der Dürener Politik und unzähligen Bürgern geforderte Straßenbauprojekt, dass die Innenstadt entlasten soll. Dass bislang bis auf den Bau einer Brücke am Sievernicher Weg in Höhe der ehemaligen Ford-Werke nicht viel passiert ist, habe seinen Grund, erklärt Meyer. Der planerische Entwurf, der Grundlage des Planfeststellungsbeschlusses ist, muss für den Bau noch im Detail modifiziert werden, Ausführungsplanung nennt das der Experte.

Und die gestaltet sich bei der Ostumgehung vor allem im Bereich der nördlichen Anbindung an die bestehende B 56 äußerst kompliziert. Mit der Strecke Aachen-Köln und der Rurtalbahnstrecke müssen gleich zwei Eisenbahnlinien überquert werden, letztere sogar zweimal, weil auch der Arnoldsweilerweg, die K 2, bei den Planungen berücksichtigt werden muss.

„Die Detailplanung in diesem Bereich ist längst noch nicht abgeschlossen“, betont Meyer. Unter anderem wird derzeit auch noch der erforderliche Lärmschutz für die Anwohner berechnet.

Fakt ist: Auf der heutigen Freifläche zwischen der Bundesstraße und der K 2 wird eine riesige Kreuzung mit bis zu sieben Fahrspuren nebeneinander entstehen. Dafür werden noch einige Tausend Kubikmeter Erdreich angeschüttet werden müssen. Die bisher für Lkw unpassierbare Holzbrücke über die Rurtalbahnstrecke wird verschwinden.

Die K 2 wird über eine Brücke an die Großkreuzung herangeführt. Und mittlerweile ist nach statischen Überprüfungen auch klar, dass die Brücke der B 56, die über den Heerweg führt, erneuert werden muss. Sie ist „abgängig“, erklärt der Projektplaner. Das nächste Nadelöhr auf dem Weg von und nach Düren ist damit programmiert, auch wenn Arnd Meyer guter Dinge ist, eine gute Lösung zu finden.

Zu Einzelheiten der Verkehrsführung aber will er sich noch nicht äußern. „Das wäre zu früh.“ Denn die Arbeiten in diesem Bereich werden mit einer Ausnahme erst 2017 beginnen. Dass trotzdem jetzt schon Bäume gefällt wurden, habe zwei Gründe, erklärt der Planer. Zum einen seien alle Rodungsarbeiten entlang der Neubaustrecke in einem Paket vergeben worden, zum anderen will er Versorgungsunternehmen die Möglichkeit geben, frühzeitig Leitungen zu verlegen, die infolge des Brückenabrisses am Heerweg erneuert werden müssen.

Die erwähnte Ausnahme ist die Brücke über die Eisenbahnhauptstrecke. Der Bau der Widerlager ist aktuell in der Ausschreibung und soll im Spätsommer beginnen, damit im kommenden Jahr die vorgefertigten Brückenelemente per Autokran eingehoben werden können. Entsprechende Sperrpausen mit der Deutschen Bahn sind bereits vereinbart.

Wie geht es weiter?

Die Arbeit des Kampfmittelräumdienstes, der die gesamte Trasse der B 56n unter die Lupe genommen hat, steht kurz vor dem Abschluss. Im März werden die Aufträge zur Errichtung neuer Wirtschaftswege für die Landwirtschaft im südlichen Bereich erteilt. Danach soll mit dem Bau des vier Kilometer langen Teilstücks zwischen Kölner Landstraße und den ehemaligen Fordwerken inklusive der Brücke über die Bahnstrecke Düren-Euskirchen begonnen werden.

Die Detailplanung hier ist abgeschlossen, aktuell wird die Ausschreibung vorbereitet. Meyer rechnet mit einer Bauzeit von anderthalb Jahren. Das erste Teilstück der B 56n könnte damit bereits im Frühjahr 2017 in Betrieb genommen werden. Im Zuge des Neubaus wird es vor allem an der Kreuzung mit der L 271 (Düren-Binsfeld) zu Beeinträchtigungen kommen. Meyer geht davon aus, dass die Strecke 2016 einmal für vier Wochen komplett gesperrt werden muss. Wann, das steht noch nicht fest.

Zu zeitweisen Engpässen wird es im Zuge des Neubaus am Knotenpunkt zur B 264 (Düren-Merzenich) kommen, die im Kreuzungsbereich ebenfalls ausgebaut wird. Im Bereich Neapco wird während der Bauphase zeitweise nur eine Spur je Fahrtrichtung zur Verfügung stehen. Eine Vollsperrung wird lediglich erforderlich, wenn die neue an die alte B 56 an einem Wochenende im Frühjahr 2017 angebunden wird. Aktuell geht Projektleiter Arnd Meyer weiter davon aus, dass die komplette Ostumgehung 2018 für den Verkehr freigegeben werden kann.