Kreis Düren: Azubis fit machen für den Internethandel

Kreis Düren: Azubis fit machen für den Internethandel

Immer mehr Menschen kaufen online ein, der stationäre Handel wird zunehmend von verschiedenen Formen des Onlinehandels ergänzt oder sogar ersetzt — und das schlägt sich immer mehr in der Berufsausbildung von Kaufleuten nieder.

Ab August dieses Jahres gibt es sogar den Ausbildungsberuf „Kaufmann/Kauffrau im E-Commerce“, also Kaufleute im elektronischen Handel.

Das Berufskolleg Kaufmännische Schulen, eine Schule des Kreises Düren, möchte auf diesen Zug aufspringen und ab dem kommenden Schuljahr den dreijährigen dualen Ausbildungsberuf Kauffrau/Kaufmann im E-Commerce anbieten.

„Den technischen Entwicklungen und den Veränderungen auf den Märkten wird das Kolleg bereits jetzt in seinen Ausbildungsgängen gerecht. Das Angebot soll durch den neuen Ausbildungsberuf ergänzt werden“, sagt Christine Stein, die diesen Ausbildungsbereich leitet.

Die Industrie- und Handelskammer Aachen hat bereits einen eigenen Berater für den neuen Ausbildungsberuf ernannt und ist derzeit mit der Akquise von Betrieben für diesen Beruf beschäftigt.

Auch für Industrie und Logistik

„Die breite E-Commerce-Ausbildung bietet auch in Fertigungsbetrieben verschiedener Branchen und dem Bereich der Lagerlogistik die Möglichkeit, digitale Geschäftsmodelle aufzubauen. E-Commerce ist nicht an die Wertschöpfungskette oder einzelne Handelsstufen gebunden“, heißt es in den Erläuterungen des Kreises zu dem neuen Bildungsgang.

Nach Ansicht der Kreisverwaltung würden also auch Industrie und Logistik im Kreis Düren von dem Beruf profitieren, der Mittelstand würde gestärkt und damit würde der Abwanderung von qualitativ gut ausgebildeten Fachkräften aus dem Kreis Düren entgegengewirkt.

Das Berufskolleg sei technisch bereits gut ausgestattet, um den neuen Beruf auszubilden, auch personell und didaktisch sei die Schule für den neuen Bildungsgang gut aufgestellt, betont Stein. Die Bezirksregierung hat die „schulfachliche Eignung“ bereits bestätigt.

Auch in Frechen und Herzogenrath ist die Einrichtung des neuen Bildungsganges geplant. Wie aus den Unterlagen hervorgeht, wird die Bezirkregierung weitere Beschulungsstandorte nur regional errichten, wenn mindestens 22 Schüler ausgebildet werden. Christine Stein ist zuversichtlich, dass das gelingt, erste Interessenten gebe es schon.

Sollte das in diesem Schuljahr noch nicht der Fall sein, könnte es im nächsten Jahr einen weiteren Anlauf geben. Schulleitung und Verwaltung wollen jedoch schon jetzt signalisieren, dass das neue Bildungsangebot im Kreis Düren gewünscht, sinnvoll und zügig umsetzbar sei.

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