Würselen: Auto in Würselen oder Düren anmelden

Würselen: Auto in Würselen oder Düren anmelden

Wie viele Einwohner in der Städteregion und im Kreis Düren von dem neuen Angebot profitieren werden, vermag derzeit noch niemand zu sagen. Doch ab Dienstag gilt: Die beiden Straßenverkehrsämter arbeiten eng zusammen.

Und das bedeutet für die Bürger: Einwohner der Städteregion können ihr Fahrzeug sowohl wie bisher im Straßenverkehrsamt in Würselen als auch im Straßenverkehrsamt in Düren an-, um- oder abmelden, und die Einwohner des Kreises Düren können den Service des städteregionalen Straßenverkehrsamtes in Anspruch nehmen. Am Montag unterschrieben Städteregionsrat Helmut Etschenberg und Landrat Wolfgang Spelthahn dazu in Würselen eine Kooperationsvereinbarung.

„In Zeiten, da die Bürger mobiler sind als früher, macht ein solches Angebot Sinn”, meint Etschenberg. Schließlich gebe es viele Menschen, die etwa im Kreis Düren wohnen, aber in Aachen oder Würselen arbeiten und für die das Würselener Straßenverkehrsamt einfacher zu erreichen sei als das Dürener. Oder eben umgekehrt. Und auch für Autohändler, die ja häufig Kunden aus der gesamten Region hätten, sei es eine Erleichterung, wenn sie jetzt nur noch eine statt zwei Stellen anfahren müssen, um einen Wagen anzumelden. Hinzu komme als schöner Nebeneffekt für den Kreis Düren und die Städteregion: „Wir müssen nicht mehr über die Einrichtung von Nebenstellen nachdenken.”

Unveränderte Gebühren

Damit sah sich insbesondere der Kreis Düren immer wieder konfrontiert. „Vor allem aus dem Jülicher Raum hat es immer wieder Forderungen nach einer zweiten Zulassungsstelle gegeben”, sagt Spelthahn, der der neuen Kooperation mit der Städteregion eine „immense Bedeutung” beimisst. Und dies nicht nur mit Blick darauf, dass der Service für die Bürger verbessert wird - und das bei unveränderten Gebühren. Spelthahn hofft, dass mit den Kreisen Heinsberg und Euskirchen ähnliche Vereinbarungen getroffen werden können. „Wenn wir das erreichen, setzen wir ein positives Beispiel dafür, dass Zusammenarbeit positiv für die Bürger ist.”

Nur sechs Monate Vorbereitung

Allerdings, sagt der Dürener Landrat, dürfe man „nicht unterschätzen”, was bei solchen Kooperationen alles „hinter den Kulissen” geleistet werden müsse. „Ängste spielen da immer eine Rolle, etwa die Angst um Arbeitsplätze. Aber hier waren alle von dem Gedanken beseelt, für die Bürger einen Mehrwert zu erreichen. Deshalb haben alle nach Lösungen gesucht, und Ängste erst gar nicht aufkommen lassen.” Lösungen technischer Art mussten etwa für die Datenzusammenführung gefunden werden, sagt Uwe Zink, in der Städteregion zuständiger Dezernent für das Straßenverkehrsamt. Schließlich müssen die beiden Ämter gegenseitig Zugriff auf die jeweiligen Einwohnerdaten haben.

Besondere Schwierigkeit dabei: Städteregion und Kreis Düren nutzen bislang kein gemeinsames Rechenzentrum. Zudem mussten die internen Arbeitsabläufe aufeinander abgestimmt werden. Doch das habe man alles hervorragend hinbekommen, sagt auch Zinks Dezernentenkollege aus dem Kreis Düren, Dirk Hürtgen. Und das in nur sechs Monaten Zeit, wie Peter Rubel, Leiter des Dürener Straßenverkehrsamtes betont. „Die Stadt Krefeld und der Kreis Viersen haben vor einem Jahr eine ähnliche Kooperation gestartet und haben dafür zwei Jahre Vorlaufzeit gebraucht.”

Wenn es nach Etschenberg und Spelthahn geht, wird die Kooperation der beiden Straßenverkehrsämter nicht das letzte gemeinsame Projekt sein. „Wir arbeiten in etwa einem Dutzend Themenfelder zusammen”, sagt Etschenberg. Und Spelthahn ist überzeugt davon, „dass wir perspektivisch weitere Schritte umsetzen können”.

Mehr als eine halbe Million Fahrzeuge

Pro Tag suchen im Schnitt 600 Menschen das Straßenverkehrsamt der Städteregion auf, um ein Fahrzeug an-, ab- oder umzumelden oder Führerscheinangelegenheiten zu regeln. Im Straßenverkehrsamt des Kreises Düren sind es etwa 300.

In der Städteregion waren am Stichtag 31. Dezember 2010 exakt 331.891 Fahrzeuge zugelassen, darunter 259.626 Personenwagen, 13.189 Lastwagen, 22.052 Kräder, 1341 Wohnwagen, 636 Busse, 4602 Zugkraftwagen sowie 19.741 Anhänger und 7795 Starrdeichselanhänger.

Im Kreis Düren waren am 31. Dezember 2010 insgesamt 210.983 Fahrzeuge zugelassen, darunter 157.839 Personenwagen, 11.679 Lastwagen, 13.621 Kräder, 1341 Wohnwagen, 338 Busse, 4602 Zugkraftwagen sowie 18.881 Anhänger und 807 Starrdeichselanhänger.

Neu zugelassen wurden im Jahr 2010 in der Städteregion 21.212 Fahrzeuge. Im Kreis Düren waren es 11.681.