Städteregion: Ausstellung zeigt Aachen im Ersten Weltkrieg

Städteregion: Ausstellung zeigt Aachen im Ersten Weltkrieg

100 Jahre ist es her, dass der Erste Weltkrieg begann. Als Grenz- und Lazarettstadt lag Aachen damals im Brennpunkt der Ereignisse. Wie die Bevölkerung den Kriegsausbruch erlebte und wie sehr die Ereignisse das Leben in der Kaiserstadt veränderten, das zeigt die Ausstellung „Aachen 1914 — Eine Grenzstadt im Krieg“.

Sie ist noch bis zum 11. November im Foyer des Hauses der Städteregion an der Zollernstraße zu sehen.

Zusammengestellt wurde die Schau von Klaus Schulte und Peter Sardo in Kooperation mit dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge. Sie präsentieren dabei eine Vielfalt von Fotografien und Dokumenten, die von der anfänglichen pa-triotischen Begeisterung bis hin zur totalen Ernüchterung durch Einschränkungen, Lebensmittel-Rationalisierungen sowie täglichen Verwundetentransporten und sich häufenden Todesmeldungen reichen.

Menschenschlangen vor der Lebensmittel-Ausgabe in der Beeckstraße auf einem Foto aus dem Jahre 1917 zeigen eindringlich die Not der Aachener: Bis zu 45.000 Menschen wurden täglich mit Essen versorgt. Und in der Großküche des Alten Kurhauses wurden während des Krieges bis zu 18.000 Liter Suppe pro Tag hergestellt.

Derweil ging der Bau der neuen Kuranlage munter weiter. Denn trotz der Kriegswirren kamen immer noch Kurgäste, und auch das Konzert- und Theaterleben pulsierte. So wurde denn auch das neue Kurhaus am 8. Juni 1916 mit zahlreichen Ehrengästen eröffnet. Ohne Ehrengäste mussten hingegen die 30 Pflegestationen für Kriegsversehrte in der Lazarettstadt Aachen auskommen.

„1914 ist aktueller denn je“, sagte der erste stellvertretende Städteregionsrat Hans-Josef Hilsenbeck anlässlich der Eröffnung der Ausstellung. „Es gibt zahlreiche Kriege weltweit mit Tausenden Opfern. Lösungen für diese Konflikte sind nicht in Sicht. Und es gibt in vielen Ländern nationalistische Tendenzen verbunden mit dem Ruf nach weniger EU und Einwanderung“, sah Hilsenbeck die Parallelen zu heute.

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