Waldfeucht: Ausstellung: Jeder Teddy hat seine eigene Geschichte

Waldfeucht: Ausstellung: Jeder Teddy hat seine eigene Geschichte

„Die ältesten Teddy-Bären sind mir die liebsten. Sie haben eine größere Geschichte — man weiß nie, wie viele Generationen schon mit ihnen geschmust haben und wem sie schon alles Spaß und Trost gegeben haben“, beschreibt Helmut Windeck, Vorsitzender des Historischen Vereins Waldfeucht, seine Vorliebe zu Teddy-Bären.

Denn Teddy-Bären waren zur Sonderausstellung im Heimatmuseum Gerhard-Tholen-Stube überall zu sehen. „Wilhelm und Monika Maßen schenkten uns 2700 Spielsachen, darunter auch 80 Teddy-Bären, die sie zeitlebens gesammelt haben“, erklärte Windeck. 50 davon konnten die vielen Besucher zwischen den üblichen Objekten des Museums bestaunen. Ob groß oder klein, braun oder pink, alt oder jung — von jeder Art war ein Teddy-Bär dabei. Aber auch die anderen gespendeten Spielsachen konnten begutachtet werden.

Viele Puppen von Schildkröt und Käthe Kruse und Blechspielsachen haben ihren festen Standort im Museum und entlocken vielen Besuchern ein Lächeln, wenn sie an ihre erste Puppe oder ihr erstes Auto erinnert werden. „Wir machen immer wieder gerne solche Sonderausstellungen. Wir hatten schon welche zu Schreib- und Rechenmaschinen, zu Fotogeräten oder zu Zeichnungen. Jetzt zeigen wir zum ersten Mal unsere umfangreiche Sammlung von Teddy-Bären“, so Windeck.

Mehr als 100 Jahre alt

Viele der Teddy-Bären haben schon ihren 100. Geburtstag hinter sich. Gerade dann kommt es schon einmal vor, dass eine Naht aufgeht oder der Bär ein Knopf-Auge verliert. Für diese Fälle waren die Puppendoktorin Elfriede Stübner und die Bärendoktorin Claudia Hartung vor Ort. So wurden nicht nur Kleidchen für die Teddy-Bären angeboten, sondern auch Reparaturen.

Claudia Hartung hat sich auf das Sammeln alter Bären spezialisiert hat, stellt selber neue Teddies her und restauriert auch alte Schätze. „Dabei ist es aber wichtig, dass der Bär derselbe Bär bleibt. Wenn man alles austauschen muss und ein ganz neuer Bär entstehen würde, muss man auch mal Nein zur Restauration sagen“, erklärt Hartung, „Je älter und je poröser der Stoff wird, desto schwieriger wird es und desto mehr Vorsicht ist geboten, nicht noch mehr an dem Bären kaputt zu machen.“

Auch wenn sich viele Kinderaugen an diesem Nachmittag sicherlich in den ein oder anderen Teddy-Bären verliebt haben und sie ihn am liebsten mitgenommen hätten, bleibt die ganze Sammlung dem Heimatkundemuseum Waldfeucht erhalten. Schließlich erzählen sie alle ihre eigene Geschichte. „Wenn Teddy-Bären erzählen könnten! Sie sind so treu, jedes Kind und auch jeder Erwachsene kann sich ihm anvertrauen“, betont auch Hartung.

(kath)