Kreis Heinsberg: Aus dem Know-how der Senioren lernen

Kreis Heinsberg: Aus dem Know-how der Senioren lernen

Um die Seniorenpolitik im Kreis ging es in einer Diskussionsrunde im großen Sitzungssaal des Heinsberger Kreishauses, zu der die Senioreninitiativen im Kreis Heinsberg Landratskandidaten eingeladen hatten.

Der amtierende Landrat Stephan Pusch (CDU) folgte der Einladung ebenso wie Michael Stock (SPD) und Maria Meurer (Bündnis 90/Die Grünen). Dirk Aldenhoff (FDP) ließ sich durch die Aachener Bundestagskandidatin Petra Müller vertreten.

Gut 40 Teilnehmer meist älteren Semesters konnte Franz-Josef Lennertz, der Vorsitzende der Senioreninitiativen, zu der Veranstaltung begrüßen. Er freute sich über die einstimmige Abstimmung im Kreisausschuss, nach der in der nächsten Legislaturperiode im Kreistag ein Seniorenbeirat eingerichtet werden soll. „Damit macht der Kreis die ersten Schritte in Richtung moderner Seniorenpolitik”, betonte Lennertz.

Moderator Heinz-Peter Benetreu, Vorsitzender des Katholischen Altenwerks im Bistum Aachen, erinnerte daran, dass es bereits 2004 eine ähnliche Veranstaltung gegeben habe. Damals hätten die Senioreninitiativen allerdings noch in den Kinderschuhen gesteckt. „Wir wollen hier keine Schlaftabletten verteilen, es soll wirklich kritisch zugehen”, führte er dann in die vorbereiteten vier Fragestellungen ein.

Auf die Frage, ob es für den Kreis Heinsberg einen „Altenplan” gebe, antwortete zunächst Maria Meurer mit dem Hinweis, dass es eine kommunale Pflegeplanung gebe. Ziele der Grünen in der Seniorenpolitik seien der Ausbau der Gesundheitsförderung sowie des Engagements von Senioren, zudem die Sicherung von deren sozialer und gesellschaftlicher Versorgung. Petra Müller betonte, in diesem Kontext dominiere die Forderung der FDP nach selbstbestimmtem Handeln.

Ihm gehe es nicht um eine Politik für die Alten, sondern um eine Generationen übergreifende Politik, erklärte Michael Stock. Die Neugier der jungen Menschen müsse mit der Erfahrung der alten verknüpft werden. „Wir können aus Ihrem Know-how lernen und neue Ideen entwickeln.”

Die Altenpolitik müsse eingebettet werden in die Thematik der demographischen Entwicklung, betonte Pusch und nannte Zahlen aus dem Leitbild des Kreises: Demnach wird die Zahl der Menschen im Kreis, die zwischen 60 und 80 Jahre alt sind, bis zum Jahr 2025 von 49.200 auf 66.800 und damit um 35 Prozent ansteigen, die Zahl der über 80-Jährigen von 9200 auf 18.700, also um mehr als 100 Prozent. Auf diese Entwicklung gelte es sich nicht nur einzustellen, sie sei auch eine große Chance, so Pusch.

Weitere Fragen, die diskutiert wurden, waren die nach der Beteiligung von älteren Menschen an der Politik oder die nach der Sicherstellung ihrer Lebensqualität. Gefragt wurde aber auch nach den Möglichkeiten der Unterstützung für Menschen, die sich im Kreis Heinsberg ehrenamtlich engagieren.

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