Wegberg: Auf der Schwalmbühne wird es frivol und turbulent

Wegberg: Auf der Schwalmbühne wird es frivol und turbulent

Bei der Schwalmbühne laufen die Proben für das neue Stück „Ladysitter” auf Hochtouren. Zweimal pro Woche schlüpfen die Akteure in ihre Rollen und feilen unter den wachsamen Augen von Regisseurin Gaby Braun an den Szenen.

Noch sitzen die Texte nicht bis ins Detail. Doch ein paar Stichworte der Souffleure Willi Daners, Ingrid Kosak und Alexandra Decken genügen, und die Texte sprudeln wieder. Dabei ist es letztendlich egal, ob es nun „Kokoslikör” oder „Eierlikör” ist, über den Maximilian (Tobias Geiser) und Linda (Andrea Kamps) sprechen, während sie auf Großvater Archie (Karlheinz Bonitz) warten, der nach 13 Jahren aus dem Gefängnis entlassen wird - rechtzeitig zur Hochzeit seines Enkels. Turbulent geht es bei den Stücken der Schwalmbühne immer zu, doch diesmal hat man sich für ein Stück entschieden, das zudem auch ein wenig frivol ist, wie Regisseurin Gaby Braun erklärt.

Denn zumindest „Seniorenbarbie” Charlotte (Helga Rögels) hat allem Anschein nach nur eines im Sinn, und das auch mit dem guten Archie, wenn es denn sein muss. Auch Mitbewohnerin Bettina (Nadine Kosak), die die Wohnung meist über den Balkon betritt, und Teilzeit-Hausmeister Winfried (Matthias Kosak) sorgen dafür, dass es kurz vor der Hochzeit Maximilians noch einmal so richtig drunter und drüber geht. Erschwerend kommt hinzu, dass Maximilians Zukünftige Maja gerade bei der bevorstehenden Hochzeit nichts dem Zufall überlassen will.

Die Annäherungsversuche der flotten Charlotte werden so oft unter den kritischen Augen der Mitspieler geprobt, bis es so ist, wie Regisseurin Braun es will. Und auf deren Kommando hören alle. „Die Regie muss die Fähigkeit besitzen, schon beim Lesen des Stückes zu wissen, welche Rolle mit welchem Schauspieler besetzt werden kann”, erklärt Karin Bonitz. Sie spielt die Chantal, die 13 Jahre lang auf ihren Mann gewartet hat.

Auch im wahren Leben ist sie mit ihrem „Schwerenöter Archie” verheiratet. Bei der Schwalmbühne ist sie seit über 30 Jahren dabei. Ihr Rezept für die Texte: Sie geht mit dem Textbuch ins Bett und lernt vor dem Einschlafen. „Am Ende spielen wir aber nicht hundertprozentig texttreu”, verrät sie am Rande der Proben. In den letzten Tagen vor der Uraufführung muss der Text sitzen, denn dann müssen die neuen Laufwege gelernt werden.

Da man erst eine Woche vor der Premiere auf die Bühne des Forums kann, müssen dann vor allem die Details des Ablaufs neu einstudiert werden. Und die Bühne dort ist gut doppelt so groß wie die ebenerdige Probenbühne im BGZ. Das Bühnenbild wird derweil von den Bühnenbauern des Vereins gestaltet. Einmal pro Woche treffen sie sich und setzen um, was zuerst im Modell erarbeitet wurde. Insgesamt haben die Akteure rund 30 Proben von der Auswahl des Stückes bis zur Premiere vor ausverkauftem Haus. Und bis dahin hat man sich dann auch entschieden, ob es „Kokoslikör” oder „Eierlikör” ist, der Friseuse Linda gefügig macht.