Gassi-Gänger und das Entsorgungsproblem: Auch in Baesweiler gibt es jetzt Hundekotbeutel-Spender

Gassi-Gänger und das Entsorgungsproblem : Auch in Baesweiler gibt es jetzt Hundekotbeutel-Spender

Hundekot auf Gehwegen und Grünanlagen ist allerorten ein großes Ärgernis. Wie geht man am besten dagegen vor?

Hundehaltende wie auch Spaziergänger kennen das Problem ganz sicher zu Genüge: Da möchte der Vierbeiner „sein Geschäft erledigen“, und was passiert dann? Im Idealfall greifen Herrchen oder Frauchen zum Hundekotbeutel und entfernen die Hinterlassenschaften. „Der Großteil der Hundehaltenden ist da sehr vernünftig und macht dies“, sagt Baesweilers Bürgermeister Pierre Froesch. Aber es gebe natürlich immer Ausnahmen, die die Hinterlassenschaften einfach liegen lassen und ihrer Pflicht nicht nachkommen. Froesch: „Und darüber ärgern sich nicht Anwohner oder Spaziergänger, sondern auch jene Gassi-Gänger, die sich vernünftig verhalten, weil einfach alle Hundehaltende pauschal über einen Kamm geschoren werden und ein Fehlverhalten ein schlechtes Licht auf sie wirft.“ Über diese Problematik war er im regelmäßigen Erfahrungsaustausch mit den anderen Nordkreis-Städten, Fazit: das Projekt Hundekotbeutel-Spender, das jetzt in Baesweiler umgesetzt wird. „Bis dato wurde von der Aufstellung solcher Kotbeutel-Spender abgesehen, da Erfahrungen in vielen anderen Kommunen zeigen, dass es nach Errichtung der Spender auch zu Vandalismus oder Missbrauch kam. Mit einer mehrmonatigen Testphase an drei Standorten soll nun ermittelt werden, ob die Stationen gut angenommen werden“, so Froesch. 

Zu finden sind die Spender am Volkspark in Baesweiler (Zugang Kirchwinkel), an der Gasse zwischen Parkstraße/Bahnhofstraße und am Immendorfer Weg in Floverich.   Die Anschaffung der Hundekotbeutel, bei denen man in Absprache mit der Umweltabteilung Wert auf umweltfreundliches Material legt,  sowie deren Befüllung werden durch städtische Mittel finanziert. Befüllt werden die Spender parallel zur Entleerung der Mülleimer im Stadtgebiet  von Mitarbeitenden des städtischen Baubetriebshofs. „Wir wollen ermitteln, ob diese drei Stationen gut angenommen werden und dann weiter planen und die Zahl der Spender-Orte vielleicht ausdehen“, so der Leiter des Baesweiler Ordnungsamts, David Schreier.  Und damit folgt Baesweiler Beispielen aus dem Nordkreis.

In Alsdorf wurden nach einem entsprechenden Ratsbeschluss im Jahr 2017   acht Kotbeutel-Spender im Stadtgebiet aufgestellt. Im Burgpark gibt es noch weitere, die die Stadtentwicklung Alsdorf GmbH als „Burgherrin" selbst aufgestellt hat und betreut.  Betreut und befüllt werden die Spender durch den Eigenbetrieb Technische Dienste. Detlef Meinert vom ETD kennt ein großes Problem, das mit dem Befüllen verbunden ist. „In der Regel wird jeder Spender einmal pro Woche befüllt, im Rhythmus der Leerungen von Papierkörben. Etwa 250 Tüten werden dann pro Standort eingefüllt, die eigentlich für eine Woche ausreichend sein sollten“, sagt er.  Leider zeigt seine Erfahrung, dass Behälter mitunter bereits nach einer Stunde leer sind, weil sich mancher mit dutzenden Tüten auf einen Schlag eindeckt. Ständig nachbefüllen können die Mitarbeiter des ETD diese Spender jedoch nicht.

In Herzogenrath gibt es 38 Hundekotbeutel-Spender, wo Bürgerinnen und Bürger Hundekot in Tüten entsorgen können. In der Praxis ist die Stadt Herzogenrath dazu übergegangen, nur noch an ausgewählten Standorten Tüten zur Verfügung zu stellen, da diese oft sinnlos entfernt und achtlos in die Botanik geschmissen wurden. Die Tüten sind kostenlos für den Bürger/innen. Die Spender werden jährlich sukzessive erweitert und aus dem städtischen Haushalt finanziert.  

In Würselen wurden nach politischem Beschluss im vergangenen Jahr zwei Hundekotbeutel-Spender im Stadtgebiet angebracht - an der Kalkhalde und am Gouleypark. „Die Erfahrungen bislang sind positiv. Die Einrichtungen werden gut angenommen. Die befürchtete Verschmutzung der Grünflächen mit abgerissenen und wild entsorgten Müllbeuteln blieb bislang weitgehend aus, so dass in Zukunft an stark frequentierten Stellen sukzessive weitere Beutelspender aufgestellt werden können“, teilt die Stadt Würselen auf Anfrage mit. Bestückt werden die Vorrichtungen von Mitarbeitern der Straßenreinigung. Finanziert werden die Beutelspender aus dem städtischen Haushalt.

Fakt ist für alle Hundehaltende: Die Hinterlassenschaften sind zu beseitigen. Sollte dies nicht passieren, stellt dies eine Ordnungswidrigkeit dar welche mit einem Verwarnungs-/Bußgeld geahndet werden kann. „Dies setzt allerdings voraus, dass wir die Ordnungswidrigkeit just im Moment des Verstoßes, quasi in flagranti feststellen. Wie unschwer vorzustellen, bedeutet dies nur wenige Sekunden/Minuten. In der Praxis werden dadurch bedingt kaum bis nie Verstöße geahndet, weil die Verursacher der jeweiligen Haufen nicht zu ermitteln sind“, schildert die Pressestelle der Stadt Würselen die Erfahrungen. Auch in Baesweiler ist das Ordnungsamt regelmäßig zu Kontrollen unterwegs, eine Ordnungswidrigkeit würde ein Bußgeld von 50 Euro nach sich ziehen.  Bei wiederholtem Zuwiderhandeln wird ein Bußgeldverfahren eingeleitet, bei dem empfindliche Bußgelder gegen den/die Hundehalter/in verhängt werden können, ergänzt die Stadt Herzogenrath.  Von „täglichen Beschwerden von Bürgerinnen und Bürgern" spricht Frank Dohms, Leiter des Ordnungsamtes der Stadt Alsdorf. Leider sei es kaum möglich, diejenigen zu erwischen, die den Kot liegen lassen. "Da müssen viele Faktoren zusammenkommen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Präsenzdienstes müssten jemanden dabei beobachten, wie der Hund sich erleichtert und diese Person müsste den Kot dann auch noch liegen lassen." Das jedoch geschehe in der Regel nie, wenn ein Hundehalter einen Uniformierten in der Nähe sehe. Für den Fall, dass doch einmal jemand ertappt wird, werden 100 Euro Bußgeld fällig.

In Herzogenrath ist die  Hundekotproblematik übrigens aktuell akuter geworden. Deshalb werden  hier Maßnahmen wie Hundefreilaufwiesen diskutiert, um alternative Möglichkeiten zu schaffen. Auch in Würselen hatte die Thematik durchaus präsentere Zeiten und im Rathaus geht man davon aus, dass das Thema  mit Beginn der Sommermonate sicher auch wieder präsenter sein wird.