Waldfeucht-Haaren: Anwohner wollen keinen Bürgersteig

Waldfeucht-Haaren: Anwohner wollen keinen Bürgersteig

In die Jahre gekommen ist das Kanalnetz im Kitscher Weg in Haaren, dessen Sanierung steht daher auf der Prioritätenliste obenan. Gleichzeitig soll dessen verschlissene Straßendecke erneuert werden. Und, quasi in einem Abwasch, könnte ein Gehweg geschaffen werden. In einer Bürgerversammlung in der Haarener Schulaula kam auch diese Option zur Sprache.

Im Frühjahr nächsten Jahres wird die Baumaßnahme ausgeschrieben, im Sommer soll damit begonnen werden, erklärte Bürgermeister Heinz-Josef Schrammen. Die Verwaltung und Dr. Matthias Kufeld von der Ingenieurgesellschaft Dr. Nacken aus Aachen stellten interessierten Anwohnern das Gesamtvorhaben vor, das mit 190.000 Euro veranschlagt ist.

Ausgelegt für Schwerlastverkehr

Das Projekt wird in zwei Abschnitte aufgeteilt: Die marode Fahrbahnoberfläche des Kitscher Weges wird zwischen Sopericher Straße und Bergstraße sowie Bergstraße und Bruchstraße saniert, das entspricht einer Gesamtlänge von rund 235 Metern.

„Die neue Straßenoberfläche wird so ausgelegt sein, dass sie auch den starken Schwerlastverkehr in und aus Richtung Niederlande aushält“, erläuterte Planer Matthias Kufeld.

Zwischen Sopericher Straße/Bergstraße, dem ersten Bauabschnitt, werden auf einer Länge von 80 Metern das Kanalnetz und die Trinkwasserleitungen (bis zur Grundstücksgrenze) erneuert. Die Anlieger werden nicht zur Kasse gebeten, da es sich um Sanierungsmaßnahmen handelt.

Im zweiten Abschnitt, zwischen Bergstraße und Bruchstraße, befinden sich keine sanierungsbedürftigen Ver- und Entsorgungsleitungen, so dass sich die Arbeiten hier auf die Fahrbahndecke beschränken sollen.

Beim Thema Gehweg war das vom Bürgermeister abgefragte „Meinungsbild“ eindeutig: Keiner der anwesenden Anlieger will eine derartige „Nebenanlage“. Schrammen machte klar, dass diese Willensbekundung nicht „verbindlich“ sei, er sie aber an die Fachgremien weiterleiten werde, die letztendlich entscheiden.

Der Grund für die Ablehnung: Die Anlieger würden zu 50 Prozent bei den Gehwegkosten und zu zehn Prozent bei den Straßenkosten herangezogen. Sie favorisieren dann doch lieber die kostenfreie Variante, die Planer Kufeld erläutert hatte: Kurzum, ab Straßenrinne bleibt alles beim Alten.

In einem kleinen Teilstück am öffentlichen Emilie-Schneider-Platz ist zwar bereits ein Fußgängerweg vorhanden. Allerdings betonte Heinz-Josef Schrammen, dass ein kompletter Ausbau des Gehweges ohne Zustimmung der Anwohner schwer zu realisieren sei, da die Gemeinde Waldfeucht privaten Grund erwerben müsse. Aus Sicht der Verwaltung, räumte er ein, bestehe nicht die „zwingende Notwendigkeit“ für den Gehweg. Besuchern des Sportplatzes, vor allem Kindern und Jugendlichen, biete zudem der Rother Weg eine sichere Alternative. Das letzte Wort in der Frage, Gehweg ja oder nein, falle auf der politischen Ebene.

Lärm soll gemindert werden

Mit der Erneuerung der Straße äußerten einige Anwohner die Hoffnung, dass der Verkehr, der zum Teil deutlich spürbare Vibrationen im Haus verursache, beruhigt werden könne. Die glatte Teerdecke werde den Lärm deutlich vermindern, meinte der Bürgermeister.

Die geforderte Einrichtung von Tempo-30-Zonen sei nicht durchsetzbar: „Es hat früher bereits Gespräche mit dem Straßenverkehrsamt des Kreises gegeben, 50 Stundenkilometer sind vorgesehen.“ Der Kitscher Weg sei eine Verbindungsstraße zur Roermonder Straße in Heinsberg-Karken, die wiederum Deutschland und die Niederlande verbindet.

Der Anregung von Anliegern, im zweiten Bauabschnitt verkehrsberuhigende Elemente zu installieren, um die Raser zu bremsen, stand Schrammen skeptisch gegenüber: „Mit solchen Elementen haben wir in der Gemeinde Waldfeucht schlechte Erfahrungen gemacht, sie führen immer wieder zu Unfällen.“ Gleichwohl will er diese Frage mit dem Straßenverkehrsamt klären.

(dawin)