Alsdorf: An Heizkosten erhitzen sich die Gemüter

Alsdorf: An Heizkosten erhitzen sich die Gemüter

Manche sind angesichts der langen Zahlenkolonnen bloß verwirrt, andere sind richtig sauer. Immer häufiger erhitzen sich an einer Heizkostenabrechnung die Gemüter. Deshalb hat die Energieberatung der Verbraucherzentrale dieser Tage regen Zulauf. Sie prüft auf Wunsch, ob Nachzahlungen womöglich durch falsches Heizen in die Höhe geschnellt sind, durch mangelnde Wärmedämmung oder durch eine unkorrekte Abrechnung des Vermieters.

Solch eine kritische Prüfung scheint angebracht. „Gut 40 Prozent der Abrechnungen sind nicht in Ordnung”, sagt Gerhard Weiß, Energieberater in der für die Städteregion zuständigen Geschäftsstelle der Verbraucherzentrale in Alsdorf.

Dabei unterstellt Weiß nicht einmal Böswilligkeit. „Es gibt viele Faktoren, die die Abrechnung beeinflussen.” So können die Zeiträume variieren, die erfasst worden sind. Oder das Verhältnis von Fläche und Verbrauch. Weiß: „Häufig werden Heizkosten zu mehr als 70 Prozent nach Verbrauch abgerechnet. Die Heizkostenverordnung schreibt jedoch vor, dass mindestens 30 Prozent als Grundkosten nach der Wohnfläche anzurechnen sind.”

Was die Sache zudem erschwere: „Früher kam in der Regel ein Ableser ins Haus, heute werden die Kontrollen meist digital gemacht, ohne Beleg. Da fehlt dem Verbraucher schon mal das Verständnis dafür, wie die Werte zustande kommen.” Also werde immer häufiger in der Beratung nachgearbeitet. Weiß: „Heizkosten sind derzeit ganz klar unsere Hauptarbeit.” Dazu gehören auch Tipps rund um die energetische Sanierung.

Entscheidend für Verbleib

Der Berater hat schon viele Fälle erlebt, in denen die Heizkostenabrechnung über den Verbleib in einer Wohnung entscheidet. „Mancher ist nach dem ersten Jahr wieder ausgezogen, weil er die Nebenkosten nicht tragen konnte.” Daher seine dringende Empfehlung: „Man sollte sich vom Vermieter oder dem Vormieter unbedingt die Heizkostenabrechnung von den Vorjahren zeigen lassen.”

Doch bei aller Vorsicht und allen möglichen Faktoren, die zu einer überhöhten Rechnung führen können, gibt es eine Sache, die auch der Energieberater nicht beeinflussen kann. „Wir hatten jetzt zwei richtig kalte Winter hintereinander. Da bleibt es nicht aus, dass die Heizkosten etwas höher ausfallen.”

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