American Football: Gelbe Fahnen und kluge Spielmacher

American Football: Gelbe Fahnen und kluge Spielmacher

In der Nacht von Samstag auf Sonntag findet in Minneapolis der Superbowl statt: Die New England Patriots treten gegen die Philadelphia Eagles an. Auch in Aachen wird American Football gespielt. Gerrit Ervig ist Vorsitzender des einigen American-Football-Klubs der Kaiserstadt. Im Gespräch erklärt er, was WirHier sich schon immer zum Thema Football gefragt hat.

Wir Hier: Dürfen die Spieler eigentlich alles auf dem Feld?

Gerrit Ervig: Das mag vielleicht so aussehen, aber das ist schon stark reglementiert und entsprechend auch mit Strafen belegt. Angriffe direkt gegen den Kopf sind nicht erlaubt und ins Gesicht greifen darf man auch nicht. Also generell: Offensichtlich verletzende Angriffe sind nicht erlaubt. Die Schiedsrichter schauen da auch sehr genau drauf.

Wir Hier: Warum werfen die Schiedsrichter bunte Fahnen aufs Feld?

Ervig: Die Fahnen sind immer gelb, das ist die Art der Kennzeichnung für Fouls. Im Grunde ist das wie eine Gelbe Karte, aber mehr als Signal. Es gibt ja verschiedene Schiedsrichter auf dem Spielfeld. Die gelbe Fahne zeigt, dass es ein Foul gibt, besprochen wird das dann später unter den Schiedsrichtern.

Wir Hier: Warum ist der Quarterback so wichtig?

Ervig: Der Quarterback ist letztlich der Spielmacher. Er verteilt den Ball und überlegt sich, wohin er ihn am sinnvollsten abspielt. Er hat den allergrößten Anteil daran, ob der Spielzug erfolgreich sein wird. Oder: Je besser der Quarterback die Abwehr vorhersehen kann, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Spielzug erfolgreich sein wird.

Wir Hier: Warum dauert ein Spiel so lange, wenn die Mannschaften nur viermal 15 Minuten spielen?

Ervig: Weil die Uhr zwischendurch immer angehalten wird. Also nicht immer, aber dann, wenn der Pass unvollständig ist, also den Boden berührt, oder der Spieler mit dem Ball aus dem Spielfeld hinausläuft. So können aus anderthalb Minuten Spielzeit auch locker 20 Minuten werden. Das kann auch aus taktischen Gründen passieren: Wenn die angreifende Mannschaft zurückliegt, wird der Quarterback eher dem Spieler zupassen, der möglichst nah am Spielfeldrand steht.