Wegberg: Zwischen „Stagnation und Stellungskrieg”

Wegberg : Zwischen „Stagnation und Stellungskrieg”

Die Zukunft des Begegnungszentrums (BGZ) hat bei der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses wieder einmal für heftige Diskussionen gesorgt. Die Vereine, die derzeit im BGZ an der Beecker Straße beheimatet sind, hatten sich mit einem Antrag an die Verwaltung gewendet.

Darin bekundeten sie ihren Willen, im BGZ zu bleiben und es in Eigenregie zu übernehmen, wenn es in saniertem und „wirtschaftlich vertretbarem Zustand” übernommen werden könne.

Die Stellungnahme der Verwaltung wurde dem Haupt- und Finanzausschuss zur Beratung vorgelegt. Darin ist von Sanierungskosten in Höhe von rund 450.000 Euro die Rede. Die Verwaltung präsentierte zwei Vorgehensweisen.

In der ersten soll die von den Vereinen gegründete Interessengemeinschaft BGZ das Gebäude mit einem Erbpachtvertrag übereignet bekommen und sich für die Sanierung sowie die Instand- und Unterhaltung verantwortlich zeichnen. Die Stadt übernimmt demnach den Abriss der Turnhalle und des an das Hauptgebäude angeschlossenen Flachdachbaus. Für die Turnhalle soll dann im Schulzentrum entsprechender Ersatz gebaut werden.

Die zweite Lösung sieht vor, das BGZ komplett abzureißen und so attraktives Wohnbaugelände zu schaffen. In diesem Falle bekäme die Interessengemeinschaft in der Nähe des Forums ein Grundstück zu einem Erbpachtzins von einem Euro pro Jahr, auf dem ein neues BGZ in Eigenleistung gebaut werden könne. Mit der Vorlage waren die Mitglieder des Ausschusses jedoch nicht zufrieden. Der CDU-Fraktionsvorsitzende Reinhold Pillich sprach von „Stagnation und Stellungskrieg”. Auf Basis dieser Vorlage könne keine Entscheidung getroffen werden.

„Verlässliche Zahlen fehlen”

Ein Nutzungskonzept für die Ramacher Mühle als eventueller Alternative zum BGZ fehle ebenso wie verlässliche Zahlen, an denen sich die Vereine orientieren könnten. Die Vorlage der Verwaltung sei ungeeignet, um eine Entscheidung treffen zu können. Auch wolle man nicht über die Köpfe der Betroffenen hinweg entscheiden.

Dem entgegnete Bürgermeisterin Hedwig Klein, dass man solange nicht die Kuh vom Eis kriege, wie die Vereine sich in der Interessengemeinschaft versammelten und zu keinen klaren Aussagen bereit seien. Die Stagnation sei nicht Schuld der Verwaltung. Auch die Anschubfinanzierung zur Übernahme durch die Vereine in Höhe von 50.000 Euro sei im Haushalt festgeschrieben.

Markus Groß von den Grünen erklärte, er habe sich beim Lesen der Vorlage veralbert gefühlt. Die von den Grünen geforderte interfraktionelle Runde habe nicht stattgefunden. Auch unternehme die Verwaltung keinen Versuch, den Erhalt des Klassentraktes des BGZ, in dem die Vereine ansässig sind, zu ermöglichen.

Er erinnerte an den Vorschlag einer Bürgerstiftung, die die Trägerschaft des BGZ übernehmen könne. Klein erklärte, der Knoten müsse zerschlagen werden, damit es einen Weg gebe, der weiter beschritten werden könne. Diesen Weg solle der Rat vorgeben. Dem konnte sich der Ausschuss nicht anschließen.

Die Beschlussvorlage wurde nach eingehender Diskussion auf Eis gelegt. Letztendlich einigten sich Ausschuss und Verwaltung darauf, nach der Sommerpause erneute Gespräche mit den Vereinen der IG zu führen, die in der besagten interfraktionellen Runde unter Beteiligung der Vereine gipfeln sollen. Auch eine Veranstaltung zum Thema Bürgerstiftung und deren Möglichkeiten soll es demnach geben.

Beides soll zu Klarheit führen, wie und wann es beim BGZ weiter gehen soll.