Hückelhoven: Zwei alte Damen und der Holunderbeerwein

Hückelhoven : Zwei alte Damen und der Holunderbeerwein

Ganz schön was vorgenommen hatten sich die Akteure des „Lambertus-Theaters”, die mit dem Stück „Arsen und Spitzenhäubchen” von Joseph Kesselrings eine pechschwarze Komödie auf die Bretter von „Haus Schnorrenberg” in Hückelhoven brachten.

Zur Besetzung des Theaters gehören seit jeher auch Bewohner von Haus Schnorrenberg, die bei der Aufführung in ihrem Element zu sein schienen, als sie gekonnt eines der erfolgreichsten Bühnenstücke der vierziger Jahre am Broadway den zahlreichen Zuschauern darboten.

Vor allem Markus Grauke glänzte bei der Inszenierung, deren Handlung sich beinahe komplett an einem einzigen Abend im Salon der Brewster-Tanten (hervorragend gespielt von Sonja Lambertz und Claudia Vieten) abspielt, hier in der Rolle des schurkischen Jonathan Brewster.

Abby und Martha Brewster sind zwei liebenswerte alte Damen, die keinem Menschen ein Haar krümmen könnten. Davon zumindest ist ihr Neffe Mortimer (Heinz Vieten) überzeugt. Der gefeierte Theaterkritiker hat gerade geheiratet und will vor seinen Flitterwochen nur eben bei seinen Tanten vorbeischauen.

Leiche in der Truhe

Doch dann findet er in der Truhe beim Fenster eine Leiche. Von den freundlichen Damen erfährt er, dass sie schon mehrere alte Herren mit vergiftetem Holunderbeerwein umgebracht und im Keller bestattet haben, um ihnen ein böses Alter zu ersparen.

Während Mortimer nun energisch versucht, die beiden Wohltäterinnen von weiteren Gnadenakten abzuhalten, schneit schon das nächste Desaster ins Haus, Mortimers verrückter Bruder, der polizeilich gesuchte Jonathan.

Er bringt zu allem Überfluss auch noch Dr. Einstein (Fredi Niehsen) mit, einen Spezialisten für plastische Chirurgie. Bald schon glaubt Jonathan, dass Mortimer und seine Braut gefährliche Mitwisser seien.

Die Handlung wartet mit unzähligen Wendungen und unglaublichen Einfällen auf, so dass Arsen und Spitzenhäubchen während der knapp zweistündigen Aufführung niemals langweilig oder vorhersehbar wird.

Wer sich dieses herrliche Spektakel auch noch anschauen möchte, kann dies am Freitag, 2. Juli, um 19.30 Uhr in Haus Schnorrenberg in Hückelhoven tun. Der Erlös der Aufführungen kommt Haus Schnorrenberg und seinen Bewohnern zu Gute.