Erkelenz: Zusammenlegung der Schulen als Lösung?

Erkelenz : Zusammenlegung der Schulen als Lösung?

Auf der letzten Sitzung des Schulausschusses sollte auch die Bildung einer Verbundschule aus der Erkelenzer Luise-Hensel-Schule und der Hetzerather Grundschule auf den Weg gebracht werden.

Darauf konnten sich die Ausschussmitglieder aber nicht einigen. Mit drei Enthaltungen und fünf Gegenstimmen bei neun Ja-Stimmen fand der Antrag der Verwaltung nur eine knappe Mehrheit.

Nicht nur im Schulausschuss herrscht Uneinigkeit, was die geplante zweite Verbundschule in Erkelenz betrifft. Auch auf der Schulkonferenz der Luise-Hensel-Schule war schon im Vorfeld bei jeweils sechs Enthaltungen und Ablehnungen keine tragfähige Mehrheit zustande gekommen.

Eine Verbundschule der beiden Grundschulen würde bedeuten, dass die Schulleitung der Luise-Hensel-Schule auch für die Hetzerather Grundschule zuständig sein würde. Rein rechtlich würde eine Schule mit zwei Standorten gebildet, wie es auch schon zwischen der Franziskusschule und der katholischen Grundschule in Houverath der Fall ist. Beide Schulen werden von Hedwig Mischalski geleitet.

In Hetzerath ist die Stelle des Schulleiters wieder einmal seit rund einem Jahr vakant und wird kommissarisch aus dem Kollegium heraus ausgeübt. Allerdings werde dies zum 1. Februar nicht mehr weitergeführt, wie der Erste Beigeordnete Dr. Heiner Gotzen auf der Sitzung erklärte. Auch eine Ausschreibung der Stelle habe bisher noch nicht zu einem Ergebnis geführt, was wohl auch an der Größe der Schule liege. Dies werde auch Auswirkungen auf die an sich schon geringen Schülerzahlen haben, denn „die Eltern stimmen mit den Füßen ab”, wie Gotzen betonte.

Für den Erhalt des Standortes Hetzerath wäre eine Verbundschule die beste Lösung. Dem konnte Christel Honold-Ziegahn von den Grünen nicht zustimmen. Sie bezeichnete die Hetzerather Schule als „gesund”. Eine Verbundschule dürfe man nicht „übers Knie brechen”, denn jede Schule verfolge ein eigenes Konzept. Die geringen Schülerzahlen in Hetzerath seien auf die Aufhebung der Schulbezirksgrenzen zurückzuführen. Eine Maßnahme, über deren Aufhebung in der neuen Landesregierung nachgedacht wird.

Auf die Frage, ob andere Schulen für den Verbund in Frage kämen, verwies Gotzen darauf, dass ein Verbund nur zwischen einer großen und einer kleinen Schule sinnvoll sei. Über die Eignung einzelner Schulen wolle er nicht öffentlich diskutieren.

Andreas Stommel von den Grünen erklärte, man dürfe den Schulfrieden an der Luise-Hensel-Schule nicht in Gefahr bringen, wenn dort keine Einigkeit bestehe. Das Votum der Schulkonferenz bezeichnete Gotzen als „Stimmungsbild”, allerdings gäbe es auch kooperative Stimmen, die sich für einen Schulverbund aussprechen. Die Befürchtung, dass die Qualität der schulischen Arbeit durch den Verbund leide, sei unbegründet. In Hetzerath hatte die Schulkonferenz dem Zusammenschluss einstimmig zugestimmt.

Der Schulrat für die Grundschulen im Kreis Heinsberg, Peter Kaiser, erklärte auf Nachfrage des Ausschussmitglieds Karl-Heinz Frings, dass „eine andere Lösung gefunden” werden müsse, wenn es nicht zu der Verbundschule komme. Möglich wäre auch eine Zwangsverpflichtung aus einer der anderen Schulen.