Hückelhoven: Zum Theater-Start fazinierende Abenteuer

Hückelhoven : Zum Theater-Start fazinierende Abenteuer

Das Häufchen Stoffgewühl auf dem Boden regt sich, als der Muezzin zum Morgengebet ruft. Der Mond steht noch hell am Himmel hinter den Gitterstäben der Zelle.

Langsam räkelt sich etwas in der Morgendämmerung. Aus dem Deckengewirr schält sich schlaftrunken ein Lockenkopf hervor. Die Gestalt gähnt, reibt sich die Augen.

Der rote Mantel ist viel zu groß, die leuchtend gelbe Hose wirkt überdimensioniert. Nachdem das Männchen ausgiebige Körperpflege betrieben und seinen Turban angelegt hat, scheint es unter den Lebenden angelangt zu sein.

„Guten Morgen”, ruft die Gestalt ins Publikum. „Ich bin der kleine Muck.” Und ab geht es auf die Reise durch die Märchenwelt aus 1001 Nacht.

Zum Auftakt von Theater Starter in der Aula Hückelhoven begleiteten die zahlreich erschienen Menschen ab sechs Jahren den kleinen Muck auf seinen faszinierenden Abenteuern.

Dabei bewies der Schauspieler Jojo Ludwig, dass er in nahezu allen Genres der Bühnenkunst zu Hause ist. Ob Schauspielerei, Schattenspiel oder Figurentheater - immer wieder überraschte die Inszenierung des Theater 1 mit neuen, fantastischen Details.

Mal schneidet der Protagonist aus Tonpapier Figuren aus, um ein Gespräch zwischen ihm und seinem Vater zu veranschaulichen, mal verwandelt sich die Hose des kleinen Muck in eine Puppenbühne.

Aus einem Stück Stoff und den Händen entsteht die alternde Arbeitgeberin des Muck, aus Brotkrumen formt er ihre Katzen, und die Pergamentrolle verwandelt sich kurzerhand in die Leinwand, hinter der das Schattenspiel einen weiteren Teil der Muckschen Geschichte erzählt.

Mit gekonnter Mimik und geschicktem Wortwitz entlässt Jojo Ludwig kleine wie große Zuschauer keinen Moment aus seinem Bann. Immer wieder sorgen Einlagen für heiteres Lachen, bringen plötzlich Wendungen neue Spannung ins bunten Treiben auf der Bühne.

Bis der Muck zum Schluss aus dem Gefängnis entlassen ist und rehabilitiert gen neuen Abenteuern schwindet...

Begeistert und noch halb verträumt dankte das Publikum mit tosendem Applaus.