Kreis Heinsberg: Zufriedenheit, Sorge und Selbstkritik bei den „kleinen“ Parteien

Kreis Heinsberg : Zufriedenheit, Sorge und Selbstkritik bei den „kleinen“ Parteien

Dr. Klaus J. Wagner, Kreisvorsitzender und Bundestagskandidat der FDP, betonte in der Wahl-Nachlese seine Zufriedenheit darüber, dass die Freien Demokraten mit 11,4 Prozent der Zweitstimmen drittstärkste Kraft im Kreis geworden sind.

Union, FDP und Grüne müssten sich zur Jamaika-Koalition zusammenraufen, denn Neuwahlen würden zu einem weiteren Erstarken der AfD führen, so Wagners Befürchtung.

Angesichts von 8,3 Prozent Erst- und 8,7 Prozent Zweitstimmen sprach AfD-Kandidat Hermann Navel von einem „schönen Erfolg“, auch wenn er gerne die Zehn vor dem Komma gesehen hätte. Von seiner Partei wünsche er sich „gute und wirkungsvolle Oppositionsarbeit“. Dazu gehöre es, Themen wie „das Unbehagen über unkontrollierte Zuwanderung und die Sorge um die Zukunft des Euros“ anzusprechen.

Wolfram Steinhage, Kandidat und Sprecher der Partei Die Linke, war zufrieden: „Es ist schön, dass wir zugelegt haben“, so Steinhage. Die Linke hatte sich leicht auf 4,6 Prozent der Erst- und 5,6 Prozent der Zweitstimmen verbessert.

„Der Kampf hat sich gelohnt“, sagte Christoph Stolzenberger, Kreisvorstandssprecher und Kandidat von Bündnis 90 / Die Grünen, mit Blick auf 5,0 Prozent der Erst- und 5,2 Prozent der Zweitstimmen im Kreis Heinsberg. Dass die AfD besser abgeschnitten habe als die Grünen, führe weniger zu Enttäuschung als vielmehr zu „Sorge um unser Land“. Trotzdem mache er sich „Mut im Bauch“, da bundesweit mehr als 87 Prozent der Wähler „nicht für diese völkische Partei und nicht für Neonazis im Bundestag“ gestimmt hätten.

Sascha Mattern, Kandidat der Freien Wähler, war mit 1,09 Prozent der Erststimmen für sich selbst zufrieden — „fürs erste Mal“. 0,52 Prozent der Zweitstimmen: Das liege aber „weit hinter unseren Erwartungen“, sei jedoch „unsere eigene Schuld“. Offenbar seien die falschen Probleme angesprochen oder Lösungsvorschläge schlecht rübergebracht worden. „Wir haben ganz klar die Wähler nicht erreicht“, räumte er ein.

„Das ist das, was wir bei dieser Wahl holen konnten“, so Piraten-Kandidat Kai Thorsten Boxberg zu 0,9 Prozent der Erst- und 0,5 Prozent der Zweitstimmen. Er hoffe, das AfD-Ergebnis sei „ein Weckruf für alle demokratischen Parteien“, sagte der mit 18 Jahren jüngste der Direktkandidaten im Kreis. Die Jamaika-Koalition, so sie denn überhaupt zustande komme, werde nicht lange halten, wagte er eine Prognose.

(disch)