Erkelenz: Ziemlich unbequeme Wahrheiten von Oswald Metzger

Erkelenz : Ziemlich unbequeme Wahrheiten von Oswald Metzger

Auch in der Stadthalle war er nicht auf Versöhnungstour: Oswald Metzger, einst prominentes Mitglied des Bundestags sowie haushaltspolitisches und wirtschaftskompetentes Aushängeschild der Grünen, zuletzt Christdemokrat und als solcher nicht fürs Parlament nominiert, zog 600 Gäste in seinen Bann und alle Register, um seine unbequemen Wahrheiten verständlich zu machen.

Der Staat seizu kompliziert und die Parteien seien nur auf Machterhalt aus. Die Politiker machten nicht das Notwendige, und die Bürger wollten an einfache Lösungen glauben. „Große Haie, kleine Fische. Eine Gesellschaft im Umbruch?” war der Titel des Vortrags, den der 55-jährige hielt.

„Es wird einiger Anstrengungen bedürfen, um die hiesige Wirt-schaft wieder auf Kurs zu bringen. Dies wird nur dann gelingen, wenn die richtigen Fragen gestellt und die angemessenen Antworten gegeben werden”, hatte zu Beginn der Veranstaltung Dr. Veit Luxem, Vorstandsvorsitzender der Volksbank gesagt.

Nur mit einer Rückkehr zu preußischer Pflichtauffassung könne das Land dauerhaft gesunden. Metzger griff anschließend diese Punkte auf: Die Regeln seien zu kompliziert, der Bürokratieaufwand zu groß, das Netto vom Brutto zu klein.

Stattdessen begegne der Politiker ständig Wählern, die glauben würden, dass Steuererleichterungen und andere finanzielle Wohltaten des Staates möglich seien, ohne dass sie dafür selber zahlen müssten. Metzger verlangte von den Menschen, auf eigenen Füßen zu stehen.

Aufgabe der Politiker sei es, Themen und Lösungen zu nennen. Doch dazu, so Metzger, fehlten ihnen die Voraussetzun-gen: „Sie sind nicht kamerascheu, aber leutescheu.” Sie seien Teil eines Parteiensystems, das Ideen nicht danach bewertet, ob sie gut seien, sondern von wem sie kämen. Das sei in der Wirtschaft anders, davon könnten die Parteien lernen.