Hückelhoven: Zielwurftrainer auf dem Friedhof geht dem Presbyterium zu weit

Hückelhoven : Zielwurftrainer auf dem Friedhof geht dem Presbyterium zu weit

Ein Zielwurftrainer auf einem ehemaligen Friedhof? Nein, dieses Spielgerät für Kinder war dem Presbyterium der evangelischen Kirchengemeinde dann doch zu viel des Guten.

Dass man das parkähnliche Gelände an der unteren Parkhofstraße nach Ablauf der Ruhefrist für die Öffentlichkeit freigeben würde, das war schon lange ausgemachte Sache und fester Bestandteil in der Planung zur Neugestaltung der Hückelhovener Innenstadt. Eine Oase der Ruhe inmitten des hektischen Geschäftstreibens - das war die Idee, die den Planern von Anfang an vorschwebte, seit man sich mit dem Gedanken trägt, den alten evangelischen Friedhof als ganz wesentlichen Bestandteil in die städtebauliche Planung einzubeziehen.

Rund 430.000 Euro wird der Umbau des Friedhofsgeländes mit seinem prächtigen alten Baumbestand zu einer Ruhezone mit hoher Aufenthaltsqualität gerade auch für älteren Mitbürger kosten. Fast 300.000 Euro davon werden durch Fördergelder abgedeckt, rund 130.000 Euro müssen die Hückelhovener aus eigenen Steuergeldern abdecken.

Eine Menge Geld - was von Mitgliedern der SPD-Fraktion im Rat durchaus kritisch gesehen wurde: Das Investitionsvolumen stehe in keinem Verhältnis zum Nutzen für die Hückelhovener Bevölkerung war in der abschließenden Beratung im Rat zu hören. Die von der CDU getragene breite Mehrheit im Stadtrat allerdings ist anderer Meinung und brachte den Beschlussvorschlag zur Umgestaltung des ehemaligen Friedhofsgeländes bei fünf Gegenstimmen und einer Enthaltung über die parlamentarische Hürde. Es kann also losgehen.

„Jetzt wird sich auch im unteren Bereich der Parkhofstraße endlich etwas ändern”, sagt Heinz-Josef Kreutzer, Fraktionsvorsitzender der CDU im Rat. Diskutiert habe man lange genug. Der Zielwurftrainer ist nach Intervention des Presbyteriums vom Tisch. Stattdessen hat man sich auf Vorschlag der Kirchenleitung sowohl auf die Einplanung einer Boulebahn und eines Großschachfeldes als auch auf ein Spielgerät aus Weiden für die Kinder sowie einen „Pfad der Sinne” für die älteren Mitbürger geeinigt.

Alles in allem, so die Meinung der Mehrheit der Stadtverordneten, stelle die „Möblierung” des für die Erholung angelegten Geländes eine „Standort adäquate Lösung und eine runde Sache” dar. Die allerdings mit einem erhöhten Kostenaufwand verbunden ist: Von den Mehrkosten in Höhe von 107.000 Euro werden 75.000 Euro durch Fördermittel abgedeckt.

Eben daran entzündete sich auch Kritik: Mit der Bewilligung des Zuschusses, so Dr. Henning Herzberg für die Grünen, unterwerfe man sich auch einem gewissen Diktat der Bezirksregierung: Die bestimmte, was an Gerätschaften aufgestellt werden müsse. Dem hielt Heinz-Josef Kreutzer freilich entgegen, dass alle gestalterischen Maßnahmen dem Willen des Presbyteriums („Der Hüter des Friedhofes”) entsprächen. Beim Zielwurftrainer, zum Beispiel, spielte die Kirchenleitung nicht mit.