Hückelhoven: Zeit für die wichtigen Dinge im Leben nehmen

Hückelhoven : Zeit für die wichtigen Dinge im Leben nehmen

Aus, Schluss, Ende - für immer. Neun Jahre im „Haus, das verrückt macht”, sind schließlich auch genug. Diese nicht ganz ernst gemeinte Bezeichnung steht für das Gymnasium Hückelhoven und fand sich am Freitag auf dem Programmheft zur Abi-Entlassfeier.

43 Schülerinnen und Schüler nahmen am Ende der Zeremonie die Krönung ihrer Schullaufbahn entgegen: das Reifezeugnis. Bis dahin mussten sie einen recht langen Schul-Weg zurücklegen, doch das längste Teilstück des „großen Abenteuers” beginnt ja erst jetzt.

„So ein Weg fordert Einsatz und Kondition”, verriet die Beratungslehrerin Barbara Knubben. „Man kann ins Schwitzen geraten.” Es liege nun in der Verantwortung eines jeden einzelnen, was dieser aus seinem Lebensweg mache. Ein Weg habe ein Ziel, ein Weg sei aber auch ein Ziel.

Die Symbolik der Feier erreichte jeden. Und zwar in Form von kleinen Steinen, die sozusagen einen Teil der Route oder vielmehr ein Stück des Puzzles repräsentierten. Am Eingang wurden sie den Gästen ausgehändigt.

Einen Zeitrekord in Sachen Schnelligkeit stellte die erste Beigeordnete der Stadt, Angelika Stöcker, auf. „Zeit ist Geld, also mach ich es kurz” - Mit diesem Versprechen begann sie ihre Ansprache, bestehend aus zehn wohl gemeinten Ratschlägen für ein erfolgreiches Leben.

Darunter folgende: „Erstens: Versuche jedes Problem in zwei Minuten zu erfassen. Zweitens: Versuche jedes Problem in fünf Minuten zu lösen. Drittens: Gib Dich nicht mit lästigen Einzelheiten ab.” Ganz wichtig auch ihre letzte Empfehlung: „Hör keinem zu, der länger als eine Minute und 35 Sekunden redet!”

Einen Sinn für vornehme Etikette hatte augenscheinlich der Abiturient Martin Evertz, denn er hielt seine Rede im Frack. „Wir wollen und wir müssen diese Jahrgangsstufe feiern, weil wir keine andere haben”, so sein Fazit zum „Finale mit Paukenschlag”.

Wahrscheinlich würden viele Schul-Freundschaften irgendwann im Sande der Zeit verlaufen - dies müsse man sich eingestehen. Jedoch sei es lohnenswert, um deren Erhalt zu kämpfen.

Schülersprecher David Peters betonte: „Ich hoffe, dass die Zukunft für euch eine persönliche Chance darstellt, eine Chance, die Zukunft zu ändern.”

Rektor Walter Woltery nutze seine Rede, um über das Phänomen Zeit zu sprechen. „Seit dem Eintritt ins Informationszeitalter hat unser subjektives Zeitempfinden einen tief greifenden Wandel erfahren.”

Die gegenwärtige Kultur zeichne sich aus durch Klagen über zu wenig Zeit, so der Schulleiter. Dies stehe im krassen Gegensatz zu den errungenen Zeitgewinnen. Deshalb plädierte Woltery: „Leben Sie zeitbewusst und nehmen Sie sich Zeit für die Dinge, die Ihnen wichtig sind.”