Kreis Heinsberg: „Zeit, der Klage und dem Trauer Raum zu geben”

Kreis Heinsberg : „Zeit, der Klage und dem Trauer Raum zu geben”

Mit einem feierlichen ökumenischen Gottesdienst in der Pfarrkirche St. Mariä Himmelfahrt in Geilenkirchen erfolgte für jeweils vier Frauen und Männer die Beauftragung und Aussendung als Notfallseelsorger im Kreis Heinsberg.

Notfallseelsorger haben die schwierige Aufgabe, trauernden Angehörigen helfend zur Seite zustehen und Trost zu spenden. Dieser Beistand kommt zumeist bei unvorhergesehenen Ereignissen wie Verkehrsunfällen und häuslichen Todesfällen zum Tragen.

So obliegt zum Beispiel auch die schwierige Aufgabe des Überbringens einer Todesnachricht an Angehörige der Notfallseelsorgerin beziehungsweise dem Notfallseelsorger. Bei Bedarf werden sie von Polizei, Rettungsdienst und Feuerwehr über die Leitstelle angefordert. Die acht neuen Mitarbeitenden der Notfallseelsorge-Gruppe Heinsberg haben sich in Pfarrgemeinden im Kreis als Ehrenamtliche bereits bewährt und wurden für ihre neue Aufgabe speziell geschult.

Die Notfallseelsorger wurden im abgelaufenen Jahr 59-mal zu Einsätzen gerufen. Die Notfallseelsorger-Gruppe im Kreis hat nun 15 katholische und 27 evangelische Mitarbeiter.

Regionaldekan Winfried Müller und Superintendent Jens Sannig würdigten in Gegenwart unter anderem von Geilenkirchens Bürgermeister Andreas Borghorst, Kreisbrandmeister Karl-Heinz Prömper und Vertretern des Technischen Hilfswerks das aufopferungsvolle Wirken der Notfallseelsorger: „Ihr wollt eure Kraft und eure Zeit für Menschen einsetzen, die akut von seelischem Leid betroffen sind. Wir danken euch dafür.”

Müller und Sannig gaben den Beauftragten ein Wort aus dem Buch des Predigers mit, das die ganze Bandbreite der Seelsorge umschreibt. Notfallseelsorge sei: „Zeit zuzuhören. Zeit, Tränen und Schweigen auszuhalten. Zeit, der Klage und der Trauer Raum zu geben.

Zeit, standzuhalten und sich dem Dunkel zu stellen, auch wenn es schwer fällt.” Notfallseelsorge sei ebenfalls: „Zeit, Nähe zu schenken. Zeit, die ersten behutsamen Schritte mitzugehen in ein verändertes Leben.” Notfallseelsorge bedeute für die Beauftragten aber auch: „Zeit für sich selbst zu haben. Zeit, um Kraft zu schöpfen, um zur Ruhe zu kommen. Zeit, um Gedanken und Gefühle zu ordnen, um mit Familie oder Freunden zusammen zu sein.”

„Ihr braucht Zeit zu lachen, zu lieben, zu tanzen. Beides gehört zusammen - die Zeit für andere und die Zeit für euch selbst”. Regionaldekan und Superintendent erbaten den Segen Gottes für die Notfallseelsorger und überreichten die Beauftragungsschreiben und die Zertifikate an: Monika Fernandes (Gangelt); Daniela Ingenhaag (Heinsberg); Claudia Ritter und Robert Zylka (beide Erkelenz); Hans-Peter Birmanns, Manfried Huben und Meinolf Schrage (alle Geilenkirchen); Wegen Erkrankung konnte Martina Steffens aus Geilenkirchen nicht teilnehmen.