Aachen: Zehn Häuschen, die Aachen bunt machen

Aachen : Zehn Häuschen, die Aachen bunt machen

In Zukunft werden triste graue Trafohäuschen in Aachen eine Seltenheit sein. Zumindest ist das das Ziel der Stawag. Gemeinsam mit der Bleiberger Fabrik, dem Graffiti Künstler Lake13 alias Lars Kessler und der Stadt Aachen ruft der Aachener Energieversorger einen Wettbewerb zur Gestaltung von insgesamt zehn Trafostationen aus. Zeitung + Schule ist mit zwei Schülerredakteurinnen dabei.

„Aachen soll bunter werden — Das ist das Motto unserer Kunstaktion. Viele unserer Trafostationen werden immer wieder illegal verunstaltet und haben eine neue Gestaltung dringend nötig.“, sagt Angeli Bhattacharyya, Pressereferentin der Stawag, die den Wettbewerb organisiert. „Aus früheren Projekten wissen wir, dass künstlerisch gestaltete Trafostationen nicht nur das Stadtbild verschönern und Anwohner erfreuen, sondern auch nicht mehr verschandelt werden.“ Vom 7. März bis zum 7. Mai können nun alle Künstlerinnen und Künstler aus Aachen und der Region einen Entwurf zur kreativen Umgestaltung von einer der zehn Stationen einreichen.

Teilnehmen kann jeder, der sich künstlerisch engagiert fühlt und ein ordentliches Konzept ausgearbeitet hat. Angesprochen werden sowohl Einzelkünstler als auch Akteursgruppen. Die Teilnehmer müssen keine professionellen Künstler sein, sollten allerdings mindestens 14 Jahre alt sein und einen Bezug zu Aachen haben.

„Nach dem Motto Aachener für Aachen wollen wir, dass die Bürger gemeinsam ihre Stadt gestalten“, erläutert Matthias Schneider, der bei der Stadtverwaltung für Stadtentwicklung und Verkehrsanlagen zuständig ist. Die Nähe zwischen Künstlern und Stadt soll bei der Bewerbung auch durch eine persönliche Biografie ausgedrückt werden.

Für die Gewinner, die ein Häuschen gestalten dürfen, übernimmt die Stawag die Materialkosten. Die Umsetzung der Idee findet von Mitte Mai bis Herbst statt. Die Künstler haben etwa eine Woche Zeit, ihre Werke zu verwirklichen. „Das ist eine tolle Chance! Denn durch Kunst im öffentlichen Raum schafft man sich selbst ein kleines Denkmal“, sagt einer, der es wissen muss: Graffitikünstler Lars Kessler hat bereits einige Wände verschönert.

Der Kreativität der Künstler sind fast keine Grenzen gesetzt. Der Entwurf kann gerne einen Bezug zu Aachen haben, ein Muss ist das aber nicht. „Jedes Häuschen kann anders sein. Von oriental-kartografisch bis frech und farbenfroh wird alles gerne gesehen“, sagt Sybille Keupen, Jurymitglied und Leiterin der Bleiberger Fabrik. Allerdings sollten die Künstler darauf achten, dass ihr Design an die Umgebung angepasst ist und den „Geist des Ortes“ widerspiegelt.

Welche Technik verwendet wird, spielt ebenfalls keine Rolle. Auch Comickünstler oder Maler, die sonst nur auf dem Papier arbeiten, haben die Möglichkeit, sich für die Gestaltung ein Trafohäuschens zu bewerben. Die Jury ist offen für alle Ideen und setzt den Künstlern keine Grenzen „Das Häuschen sollte uns elektrisieren“, sagt Pressereferentin Angeli Bhattacharyya augenzwinkernd. Besonders werde bei der Bewertung auf Ästhetik, Technik und Machbarkeit des Projekts geachtet. Gerne gesehen sind Künstler, die neue und frische Ideen haben.

Wie gut die Gestaltung von Trafohäusern ankommt, weiß Lake13 aus eigener Erfahrung: ,,Besonders die Anwohner finden solche Aktionen schön. Während der Gestaltung des Trafohäuschens am Preusweg brachten einige Nachbarn Kaffee und Kuchen. Und von Ordensschwestern aus dem Kloster gegenüber bekam ich hochgestreckte Daumen.“ Auf solch positiven Reaktionen können sich bestimmt auch die Gewinner des Wettbewerbs freuen.