Erkelenz: Zahlen der „Bohr” entwickeln sich noch positiv

Erkelenz : Zahlen der „Bohr” entwickeln sich noch positiv

Gegen die schlechter werdenden wirtschaftlichen Rahmenbedingungen behauptet sich die Firma Wirth bisher erfolgreich.

Geschäftsführer Niko Kleuters nutzte am Freitag die Gemeinschaftsfeier für Jubilare und Pensionäre, um über die Unternehmungen der weltweit operierenden Maschinen- und Bohrgeräte-Fabrik zu berichten.

Trotz international fallender Aktienkurse, dem ins Stocken geratenen Weltwirtschaftsmotor USA sowie einer Zunahme spektakulärer Pleiten von Großkonzernen könne er mit Freude feststellen, dass sich die Wirtschaftsdaten der „Bohr” noch positiv entwickeln würden, so Kleuters in der festlich hergerichteten Werkskantine.

Der Geschäftsführer zuversichtlich: „Wir werden das Vorjahresergebnis wohl nicht halten können, aber wir haben mit aktuell zirka 106 Millionen Euro den höchsten Auftragsbestand der Firmengeschichte.”

Zu den herausragenden Aufträgen gehöre der Bau von neun Pumpen für ein Kupferbergwerk in Neu-Kaledonien im Wert von 15 Millionen Euro und die Ausrüstung eines Diamantbohrschiffes für 14 Millionen Euro. Darüber hinaus seien fünf Tunnelbohrmaschinen angefordert worden, informierte Kleuters. Dieses Geschäft besitze ein Gesamtvolumen von 60 Millionen Euro.

Zusammen mit der französischen Schwesternfirma NFM verfüge die „Bohr” über einen Auftragsbestand im Wert von 150 Millionen Euro, wobei der Umsatz 2002 ungefähr bei 160 Millionen Euro liege, schätzte der Geschäftsführer.

„Das Highlight dieses Jahres ist sicherlich die endgültige finanzielle Unabhängigkeit von unserer früheren Muttergesellschaft ,Charter plc, die wir im Juni mit Hilfe des Landes NRW und eines Bankenkonsortiums erreichen konnten."

Dies bedeute: Wirth habe nicht mehr den Sonderstatus eines „Management-Buy-out”, sondern die Firma sei nunmehr ein normales mittelständisches Unternehmen, dass die zunehmenden Herausforderungen am Markt ab sofort mit eigener Kraft bestehen müsse.

„Das Vertrauen in unsere Bohr sowie die Bodenständigkeit und Treue unserer Mannschaft wird vor allem ausgedrückt durch die langjährige Zugehörigkeit und Leistungsbereitschaft unserer Jubilare”, lobte Kleuters. In Erkelenz seien 530 Angestellte und 40 Auszubildende beschäftigt. Insgesamt zähle die Wirth-Gruppe 800 Belegschaftsmitglieder.

Betriebsratsvorsitzender Theo Engels verriet den Jubilaren: „Ihr habt großen Anteil daran, dass das Unternehmen in sicherem Fahrwasser gleiten kann, was gewiss nicht selbstverständlich ist in dieser Zeit.”

Seit 45 Jahren mit „an Bord” sind Gottfried Coenen und Dietrich Müller. Hans-Günter Corall, Heinz Küppers, Franz-Theodor Peters und Karl-Heinz Welters haben vor 40 Jahren ihrer Tätigkeit bei Wirth aufgenommen.

Folgende Jubilare wurden für ihre 25-jährige Betriebszugehörigkeit geehrt: Heinz-Willi Backhaus, Peter Beier, Karl-Ludwig Classen, Rudolf Dackweiler, Rolf Dehm, Manfred Hüser, Bernd Keller sowie Jürgen Küppers. Nicht alle Belegschaftsmitglieder konnten ihre Urkunde persönlich in Empfang nehmen.

Das musikalische Unterhaltungsprogramm des Abends gestalteten gemeinsam Werkskapelle und Werkschor. Da Essen und Trinken bekanntlich Leib und Seele zusammenhält, gab es obendrein noch ein reichhaltiges Buffet.