Kreis Heinsberg: Zagreber Solisten bringen „Russische Seele“ zum Klingen

Kreis Heinsberg : Zagreber Solisten bringen „Russische Seele“ zum Klingen

Trotz frostiger Temperaturen waren viele Zuhörer zum vierten Meisterkonzert der Volkshochschule in der Spielzeit 2017/2018 in die Erkelenzer Stadthalle gekommen, um die Zagreb Soloists, die Zagreber Solisten, zu erleben.

Unter dem Thema „Russische Seele“ spielte das 1953 gegründete Ensemble — inzwischen mit mehr als 3000 Konzerten auf allen wichtigen Bühnen der Welt zu Hause — Werke von Alexander Glasunow, Dmitri Schostakowitsch, Sergei Rachmaninow und Peter Iljitsch Tschaikowski. Und es war wieder erstaunlich, dass ein so berühmtes Orchester den Weg nach Erkelenz gefunden hat.

Die elf Musiker mit sechs Violinen, zwei Violas, zwei Violoncelli und einem Kontrabass brachten wirklich die russische Seele zum Klingen. Und die Zuhörer erlebten diese Seele insbesondere, wenn sie die Augen schlossen und nur die Töne auf sich wirken ließen.

Das Konzert begann mit „Thema und Variationen für Streichorchester g-Moll“ von Glasunow. In den sechs Sätzen der Komposition, denen ein Streichquartett von 1918 zugrunde liegt, wechselten sich Moll und Dur ab, so dass sich Traurigkeit und Stimmungsvolles die Wage hielten. Der in Russland sehr angesehene Komponist, der in letzter Zeit mit seinen kammermusikalischen Werken wiederentdeckt wurde, hatte als Schüler so Berühmtheiten wie Prokofiew und Schostakowitsch.

Letzterer berührte mit seiner „Kammersinfonie op. 110a“ und ihren fünf Sätzen mit Zitaten aus früheren Werken außerordentlich, weil er darin zwei besondere Ereignisse verarbeitet hatte: einmal die Begegnung mit Überlebenden des Bombenangriffs auf Dresden, denen er anlässlich der Dreharbeiten zu einem sowjetischen Film über dieses schreckliche Ereignis 1960 begegnet war. Zum anderen verstand er diese Arbeit als Requiem für sich selber, hatte er doch kurz vorher von einer unheilbaren Krankheit erfahren.

Nach der Pause folgte dann „Romanze und Scherzo“ von Rachmaninow. Schon der Titel weist drauf hin, dass dem Komponisten nicht zu Unrecht der Titel „Letzter Romantiker“ verliehen wurde.

In den vier Sätzen der „Serenade für Streicher op. 48“ von Tschaikowski wechselten sich die Leichtigkeit Mozarts und Schwermut ab. Der Komponist sagt zu seinem Werk: „Ich schrieb die Serenade aus innerem Antrieb. Das ist ein Stück von Herzen und lässt deshalb, so wage ich zu sagen, künstlerischen Wert nicht vermissen.“ Und ein Kritiker urteilte: „Tschaikowski hat so viel Abwechslung in den Klang zu bringen versucht, als bei dem Ausschluss aller Blasinstrumente überhaupt zu erreichen war.“ Recht hatte er.

Nach Blumen für den Konzertmeister Sreten Krstíc und sehr viel Beifall gab es als Zugabe ein sehr munteres Divertimento von Mozart.

(ulla)