Wurstküche als Arbeitsplatz

Wurstküche als Arbeitsplatz

Erkelenz (an-o/nosch) - Woran denken Sie, wenn sie das Wort "Metzgerei" hören? - Falsch! In der Wurstküche ist es pikkobello sauber, hygienisch einwandfrei. Aber wahrscheinlich spukt das alte Klischee noch in den Köpfen: Metzgermeister Rainer Rösken sucht seit Wochen zwei Auszubildende - vergeblich.

"Ich würde sofort eine Auszubildende als Fleischerei-Fachverkäuferin und einen Auszubildenden als Fleischer einstellen. Aber ich finde niemanden", sagt Rösken. Versucht hat er schon alles: Arbeitsamt natürlich, aber auch die Lehrstellen-Hotline des WDR hat er bemüht - bisher ohne Erfolg.

Dabei bietet er einen Ausbildungsplatz, nach dem der Bewerber sich so zusagen die Finger lecken kann: "Wir als Fleischer haben eine hohe Verantwortung. Denn das, was wir herstellen und dem Verbraucher anbieten, das geht schließlich direkt in die Hauptnahrungskette", sagt Rösken.

Sven Paul, Auszubildender aus Hückelhoven im zweiten Lehrjahr, kann das bestätigen: "In unserer Wurstküche wird nicht irgendwie mit dem Messer rumgestochert, hier muss jeder Schnitt sitzen. Und das lerne ich hier."

Überstunden werden angerechnet

Wer Metzger werden will, braucht nicht unbedingt eine chirurgische Ader - aber Interesse und Engagement sind unerlässlich. "Wir haben eine 39-Stunden Woche, aber zu Hoch-Zeiten, beispielsweise zu Ostern oder an Weihnachten, da wird nicht auf die Uhr geguckt", sagt Rösken.

Klar ist bei ihm aber auch, dass Überstunden angerechnet werden: "Die Zeiten, in denen der Stift Schweinehälften schleppte und der Meister daneben stand, sind Schnee von gestern. Wir arbeiten hier Hand in Hand. Davon profitiert jede Seite."

Nichts für eingefleischte Vegetarier

Fleischer ist heute ein Beruf, der auch morgen noch Zukunft hat, der Hauch des Anrüchigen ist längst Vergangenheit. Rainer Rösken, Telefon 02431/5894, bietet zwei Ausbildungsstellen in einem Beruf mit Perspektive an. Allerdings: Der Metzgerberuf ist nichts für eingefleischte Vegetarier.