Wassenberg: Würdige Gedenkstätte für Wassenberger Synagoge soll her

Wassenberg : Würdige Gedenkstätte für Wassenberger Synagoge soll her

Der 72. Jahrestag der Reichspogromnacht gibt Anlass, an die kleine Wassenberger Synagoge unterhalb des Burgbergs an der Synagogengasse zu erinnern.

Das Gebäude wurde am Morgen des 10. November 1938 zerstört. An das protestierende Geschrei zu Hilfe eilender Wassenberger konnten sich Zeitzeugen später noch lange mit Grausen erinnern. Ein Todesfall war zu beklagen: Ein Anwohner kam unter einen Pkw, und der bittere Ruf des Wassenbergers Max Graab bleibt unvergessen, der die Schandtat mutig und anklagend bezeichnete.

Der Bau der kleinen Synagoge war erst 1838 möglich geworden nach einer Stiftung es Geländes durch den Burgbesitzer und Bürgermeister Alexander Packenius, den Schwiegervater von Oskar von Forckenbeck, der das Judenbruch zum Erholungswald ausbauen ließ. Die Wassenberger Juden waten keine begüterten Familien, sondern ehrbare kleine Kaufleute und Hutmacherinnen, die keinem Menschen je etwas zu Leide getan haben.

Ein schmaler Streifen der Erinnerung

An die Synagoge gegenüber der Nordseite der evangelischen Hofkirche erinnert ein schmaler Streifen helleren Ziegelmauerwerks zusammen mit dem eingemauerten Gehänge der früheren Eingangstür. Daneben wurde vom Heimatverein Wassenberg eine Gedenktafel angebracht. Dies war erst möglich nach einem Besitzerwechsel des Gartengrundstücks auf der gegenüberliegenden Seite der Roermonder Straße. Die dortige große Gebäudezeile wurde nach Erwerb durch den Eschweiler Bergwerks Verein (EBV) vor etwa fünf bis sechs Jahren abgerissen. Nach Grabungen durch die Rheinische Denkmalpflege traten die Fundamente der ehemaligen Synagoge auf dieser Seite der Ziegelsteinmauer zu Tage.

Der Heimatverein stellte vor etwa fünf Jahren einen Antrag an die Stadt Wassenberg, den kleinen Geländeteil zu erwerben und ihn zusammen mit dem Gebäuderest in der Snynagogengasse als kleine, würdige Gedenkstätte von Dauer herzurichten und zu pflegen. Das scheiterte bisher an den nach wie vor ungelösten Wiederbebauungsabsichten von privater Seite.

Das große Grundstück an der Roermonder Straße, am Fuß des Burgbergs, ist seit einigen Jahren ein unbefestigter, wilder, innerstädtischer Parkplatz. Das Stadtbild leidet unter diesem großen, städtebaulichen Loch sehr. „Wann tut sich endlich da etwas?”, fragen die Bürger. „So können wird das nicht liegen lassen.” Ein klare Antwort darauf ist leider zur Zeit nicht zu bekommen.