Erkelenz: Wünsche der Bewohner erfüllen

Erkelenz : Wünsche der Bewohner erfüllen

Ein neues Konzept wurde im Verlauf des letzten Jahres im und für das Hermann-Josef-Altenheim am Schulring entwickelt.

Es basiert auf neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen und dem Wissen, dass es in Zeiten knapper Kassen immer schwieriger wird, mit den gewohnten Methoden eine optimale Pflege und Betreuung der alten Menschen in Altenheimen zu gewährleisten.

Noch wichtiger ist es aber, dass es mit diesem Konzept möglich ist, sich überwiegend an den Bedürfnissen und Wünschen der Bewohner zu orientieren.

Im bisherigen Ablauf gab es feste Zeiten für die Grundpflege, die Mahlzeiten, die Betreuung und für Reinigungsarbeiten. Nach diesen Zeiten mussten sich Bewohner und Mitarbeiter richten, so dass für persönliche Wünsche wenig Raum blieb.

Was diese Veränderung des Konzepts in der Praxis für den Arbeitsablauf im Wohnbereich bedeutet, erläutert das Altenheim an einigen Beispielen. Begonnen wurde damit, feste Zeiten für das Aufstehen und die Grundpflege abzuschaffen. Jeder Bewohner kann selbst entscheiden, wann er aufstehen möchte, ob er lieber im Zimmer oder zusammen mit anderen Bewohnern frühstücken möchte.

Dabei spielt es keine Rolle, ob er komplett angezogen oder im Bademantel am Frühstück teilnimmt. Das bedeutet natürlich eine große Umstellung für die Mitarbeiter, da sie sich jeden Tag auf einen neuen Ablauf einstellen müssen.

Es bedeutet auch, dass die Pflege sich über den ganzen Tag verteilt, so genannte Stoßzeiten für die Grundpflege wegfallen, also die Bewohner auch nachmittags oder abends gewaschen oder gebadet werden können.

Wichtig ist hier der Unterschied zu den bisherigen Pflegephasen, bei denen sich die Pflege auch über den ganzen Tag verteilte, denn nicht mehr der Mitarbeiter entscheidet, wer später versorgt wird, sondern der Bewohner selbst. Genauso ist es beim Baden oder Duschen. Auch hier gibt es keinen festen Plan.

Jeder Bewohner entscheidet selbst, an welchem Tag und zu welcher Tageszeit er diese Leistung in Anspruch nehmen möchte. Hierbei wird selbstverständlich darauf geachtet, dass jeder Bewohner mindestens einmal in der Woche dazu die Möglichkeit hat.

Es können natürlich Wartezeiten entstehen, da nicht immer alle, die zu einem bestimmten Zeitpunkt aufstehen wollen, gleichzeitig versorgt werden können. Doch durch das neue Konzept haben die Mitarbeiter die Möglichkeit, sich zwischendurch mit den Bewohnern zu unterhalten und persönliche Kontakte nicht nur über die Pflege aufzubauen.

Durch den so veränderten Tagesablauf wurde auch die Umstellung der Essenszeiten notwendig. So wurde auch hier ein Konzept entwickelt, das sich eng an die neuen Gegebenheiten anknüpft. Es gibt keine festen Essenszeiten mehr, sondern Zeiträume, in denen die Mahlzeiten eingenommen werden können.

Es gibt auch keine bestimmten Zeiten, zu denen die Bewohner ins Bett müssen. Sie haben abends oder in der Nacht die Möglichkeit, zusammenzusitzen, genauso, wie das im eigenen Haushalt der Fall gewesen wäre.

Weitere Schwerpunkte des neuen Konzeptes sind besondere Einzelaktionen, die in Verbindung mit dem Sozialen Dienst angeboten werden. So werden zum Beispiel von den Bewohnern Waffeln gebacken, an einem anderen Tag bereiten die Bewohner gemeinsam mit den Betreuern das Mittagessen für den gesamten Wohntrakt vor.

Gerade an diesen alltäglichen Dingen haben die meisten Bewohner sehr viel Freude, denn es sind Fähigkeiten, die sie in ihrem Leben immer gemacht haben. Es ist erstaunlich, welche Fähigkeiten dabei wieder zu Tage treten, meint die Leitung des Hermann-Josef-Altenheimes und versichert: „Diese Einzelaktionen sollen ständige Bestandteile im Tagesablauf werden.”