Städteregion Aachen: Wohnungsmarktreport: Jeder fünfte Euro geht für Warmmiete drauf

Städteregion Aachen : Wohnungsmarktreport: Jeder fünfte Euro geht für Warmmiete drauf

Die Mietpreise sind in den neun Kommunen des Altkreises zwar nicht so rasant gestiegen wie in Aachen. Doch auch zwischen Baesweiler und Monschau gibt es einen hohen Kostendruck. Mit durchschnittlich 20 Prozent ihres monatlichen Budgets müssen die betroffenen Haushalte genau jeden fünften Euro für die Warmmiete ausgeben.

Der NRW-Schnitt liegt bei 17,9 Prozent, in der Kaiserstadt gar bei 20,8 Prozent. Dies geht aus dem Wohnungsmarktreport 2011 der Landesentwicklungsgesellschaft (LEG) hervor, für den sämtliche nordrhein-westfälischen Postleitzahlengebiete untersucht worden sind.

Ein weiteres Ergebnis für die Städteregion: Während die Mietpreise in Aachen von 2010 auf 2011 im Schnitt um 3,9 Prozent gestiegen sind, müssen die Mieter im Altkreis bei weitem nicht so tief in die Tasche greifen. Die angebotenen Mietwohnungen verteuerten sich über alle Lagen und Ausstattungen hinweg im Vergleich zum Vorjahr geringfügig um 0,9 Prozent - wobei die neun Kommunen ein sehr heterogenes Bild abliefern und sich ein deutliches Stadt-Land-Gefälle zwischen Aachen und Altkreis abzeichnet. „Das Preiswachstum in der Stadt Aachen erreicht die Umlandgemeinden nicht”, heißt es in dem Report. Wobei in keiner anderen Stadt landesweit die Mietpreise so angestiegen sind wie in Aachen.

Werden in günstigen Lagen im früheren Kreisgebiet - der Bericht nennt etwa Baesweiler, Monschau, Simmerath und Teile Stolbergs - schlecht gelegene Wohnungen mit einfacher Ausstattung schon für unter vier Euro pro Quadratmeter angeboten werden (Teuerungsrate im Vergleich zum Vorjahr: 1,2 Prozent), sind in Aachen für diese Kategorie bei einem Preisanstieg von 4,3 Prozent im Schnitt 4,50 Euro pro Quadratmeter fällig. Noch deutlicher klaffen die Preise bei teureren Wohnungen auseinander: „Auch Wohnungen des oberen Marktsegments sind im Umland der Universitätsstadt deutlich preiswerter.” Werden in Speckgürtelstädten wie Würselen für diese Objekte im Schnitt nicht mehr als knapp acht Euro pro Quadratmeter verlangt, werden für gleichwertige Wohnungen in Aachen hingegen 13,92 Euro aufgerufen.

Im Schnitt liegen die Kaltmieten pro Quadratmeter aller Wohnungen zwischen 4,47 Euro in Monschau und 5,91 Euro in Würselen. Die teuersten Wohnorte sind neben Würselen im Süden Roetgen (5,90 Euro) und im Norden Herzogenrath (5,75 Euro). Die Durchschnittswerte für die anderen Städte und Gemeinden: Alsdorf 5,22 Euro, Baesweiler 5,10 Euro, Eschweiler 5,20 Euro, Simmerath 5,00 Euro und Stolberg zwischen 5,05 Euro (Postleitzahl 52222/Innenstadt) bis 5,29 Euro (Postleitzahl 52224/Süden).

Monschau besonders günstig

Besonders günstig lebt es sich laut Report in Monschau, da in der Nordeifelstadt eine hohe Kaufkraft (3850 Euro pro Haushalt) auf eine vergleichsweise geringe Durchschnittsmiete trifft. So geben den geringsten Anteil ihres Monatsbudgets Mieterhaushalte in Monschau für das Wohnen aus: 9,3 Prozent (358 Euro) ihrer Haushaltskraft legten sie für die Kalt- und 15,5 Prozent (597 Euro) für die Warmmiete zurück (siehe auch Grafik links).

Mit Blick auf diese Zahlen sind Alsdorf (20,8 Prozent) und Herzogenrath (20,4 Prozent) die Städte, in denen die Mieter prozentual gesehen besonders viel Geld ihrer - vor allem in Alsdorf nicht besonders großen - Haushaltskaufkraft für die Warmmiete aufbringen müssen. Noch teurer ist es in der Aachener Innenstadt: Dort erreicht diese Quote gar mehr als 30 Prozent.