Kreis Heinsberg: Wohnen und Leben im Alter: Berater können helfen

Kreis Heinsberg : Wohnen und Leben im Alter: Berater können helfen

Zu einer Informationsveranstaltung mit dem Thema „Wohnen und Leben im Alter“ hatten die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) und die Arbeitsgemeinschaft der Senioreninitiativen im Kreis Heinsberg in die Oberbrucher Festhalle eingeladen.

Für die mehr als 70 interessierten Senioren standen die Fachreferenten Ralf Unger (Pflegeberater bei der IKK Classic), Jürgen Köllmann (Seniorenbeauftragter des Kreises Heinsberg) und Stephan Kunz von der Förderberatung der NRW-Bank mit Informationen in Vorträgen und mit Antworten auf Fragen zur Verfügung. Als Moderator führte Heinz-Peter Benetreu, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft der Senioreninitiativen, durch die schwierigen Themenkomplexe.

„Im Kreis Heinsberg gibt es rund 31.900 Senioren-Haushalte, und bis zum Jahr 2030 benötigen wir zusätzlich 8400 Wohnungen, die für ältere Menschen geeignet sind“, erklärte Friedrich Feldmann Bezirksvorsitzender der IG BAU, zu Beginn einer höchst informativen Veranstaltung. Im Mittelpunkt stünden die Fragen „Welche Hilfen erhalte ich im Pflegefall? Was kann ich tun, wenn Wohnung und Haus barrierefrei umgebaut werden müssen? Wie wird das bezahlt und was passiert mit meinem Vermögen?“, auf welche die Senioren Antworten erwarteten würden, verdeutlichte Moderator Benetreu die Aufgaben für die Fachreferenten.

Ralf Unger erläuterte die Veränderungen des Pflegestärkungsgesetzes, das in einigen Bereichen seit Jahresbeginn verbesserte Leistungsbeträge zur Verfügung stelle. Die meisten monatlichen Leistungen hätten sich pauschal um vier Prozent erhöht. Voraussetzung für Leistungsbezüge aus der Pflegekasse sei die Einstufung in eine der Pflegestufen. Beantragt werden könnten Pflegegeld zur selbstständigen Entscheidung oder Sachleistungen zur Bezahlung professioneller Hilfe in der häuslichen Pflege; Tagespflege oder vollstationäre Pflege seien weitere Leistungen, die in Anspruch genommen werden könnten. Hilfestellung bei der Beantragung würden die Berater der Pflegekassen bei den Krankenkassen geben.

Jürgen Köllmann, Seniorenbeauftragter des Kreises Heinsberg, und seine Kollegin Gerda Hermes stehen beim Kreis Heinsberg als trägerunabhängige Berater und Vermittler für alle Fragen zur Pflege, zur Wohnraumberatung und für Hilfen bei Anträgen zur Verfügung. Mit dieser Stelle beim Kreis Heinsberg sollen Pflegebedürftige, Behinderte und Senioren und ihre Angehörige Unterstützung erhalten, damit pflegebedürftige Senioren solange wie möglich in ihrer gewohnten Umgebung leben können. Köllmann erläuterte an einem Beispiel „Wenn Mutter zum Pflegefall wird“, welche staatlichen Hilfen bei der Pflegebedürftigkeit zu erwarten sind und wie vorhandenes Vermögen eingesetzt werden muss.

Wer pflegebedürftig ist, braucht oft eine barrierefreie Wohnung. Türen müssen verbreitert oder Bad und WC umgebaut werden. Treppenlifte müssen eingesetzt oder Notrufsysteme installiert werden . Oder auch die Zugänge zum Haus oder Terrasse müssen bodengleich und damit ohne Stolpergefahren sicherer hergerichtet werden. Für die Wohnumfeld verbessernden Maßnahmen können Förderungen und günstige Kredite in Anspruch genommen werden.

Stephan Kunz von der Landeseigenen NRW-Bank erläuterte anschaulich den Antragsweg über das Hausbankverfahren. Der Antragsteller — das könne der Hausbesitzer, aber auch der Mieter sein— müsse vor Beginn des Umbaus einen Antrag stellen bei seiner Hausbank. Bankberater stünden dafür in jeder Bank als Ansprechpartner bereit und würden die Anträge an die NRW-Bank weiterleiten. Nach der Prüfung erfolge die Zusage und Auszahlung über die Hausbank.

Die Veranstaltung bediente die Bedürfnisse der Senioren im vollen Umfang — und die Veranstalter trafen mit ihrem Angebot voll ins Schwarze. Obwohl Informationen reichlich flossen, bleibt allerdings die Notwendigkeit bestehen, sich über die Beratungsstellen Hilfen zu holen.

(jwb)