Tüddern: Witsemänn proklamieren Prinz Roland I.

Tüddern : Witsemänn proklamieren Prinz Roland I.

Es war eigentlich wie immer, wenn die Karnevalsgesellschaft „De Witsemänn” aus Tüddern loslegt. Im Narrenpalast Hostenbach-Savo blieb kein Stuhl mehr frei, es war proppenvoll. Und es war ein brillantes Feuerwerk, das die Witsemänn zündeten.

Zum ersten Male wackelten die Wände im Tüdderner Gürzenich als der Elferrat einzog. Als im Vorjahr der Fußballclub mit seiner Prinzengarde aufmarschierte, handelten die Wistemänn blitzschnell und nahmen die Stützen des VFR gleich unter Vertrag. In ihren schicken Gardeanzügen boten sie erneut einen Augenschmaus.

Die erste Rakete wurde dann für das ausscheidende Prinzenpaar Peter und Jutta Valkenburg gezündet. Das neue Prinzenpaar Roland I. und ihre Lieblichkeit Sandra eroberten danach in Sekundenschnelle die Herzen aller, beide strahlten regelrecht um die Wette und zündeten gleich zu Beginn der Sitzung die Witsemänn-Rakete Richtung Narrenhimmel. Mit im Gefolge waren natürlich Tanzgarde, Feuerwehr und Adjutant Michael.

Welches tänzerische Blut in den Adern der Tüddern Mädchen fließt, wurde beim ersten Gardetanz des TSV Rot-Weiß Tüddern deutlich. Fast wie Profis zeigten die jungen Damen ihr Können, so manchem stockte bei den gekonnten Vorführungen der Atem. Einige Male gab es Szenenapplaus für die jungen Damen.

Als Eisbrecher „Et Kathrinche” (Nadine Meures) fungieren, die trotz junger Jahre ein alter Hase in der Bütt ist und schon beim Einmarsch Lachtränen kullern ließ. Als Sekretärin des Bürgermeisters hatte „Kathrinchen” viel zu erzählen. Der anwesende Bürgermeister Willi Otten konnte sich kaum halten. Dass die Rede super ankam, lag auch an Büttenass Karl-Heinz Koken. Er hatte die Rede geschrieben.

Welch karnevalistisches Blut generell in Tüddern fließt, wird deutlich bei der Zahl der Aktiven im Karneval: über 90 Einheimische standen auf der Bühne. Und der „Wahnsinn” über Tüddern setzt sich fort: Am kommenden Sonntag, 19. Januar, steigt ab 11.11 Uhr im Saale Hostenbach-Savo die Prinzengala mit karnevalistischem Frühstück.

Als Selfkant-Chefarzt schaute „Doktor Fröhlich” vorbei. Er trug vorsichtshalber seinen Arztkoffer sowie Kneifzange und Beil am Körper und war für den Ernstfall gerüstet. Der „Doc” hatte im Selfkant-Krankenhaus alles im Griff. Er schilderte einige Operationstermine, bei denen keine Auge trocken blieb - die Narrenhalle bebte. Seit 41 Jahren steht Karl-Heinz Koken in der Bütt und begeistert nicht nur in Tüddern seine große Fangemeinde. Er war eines der vielen Highlights an diesem Abend.

Sitzungspräsident Köb Paulzen führte mit Charme durch das Programm und verteilte viele Orden. Vorsitzender Hubert Jessen war „Mädchen für alles” und führte mit seinem Team Regie. Vor Jahren war er ein gefürchteter Libero im Fußballkreis Heinsberg, jetzt stand Jos Meisen zusammen mit Andre Poddighe auf der Bühne und zeigte, welche goldene Kehle er hat. Gleich 18 Frauen standen anschließend im Ostfriesennerz auf der Bühne und boten mit ihren knallroten Regenschirmen ein farbenprächtiges Bild auf der Bühne.

Weiter im Programm folgten die beiden Stadtmusikanten aus Geilenkirchen-Würm, auch sie hatten ein leichtes Spiel bei den aufgedrehten Jecken im Saale. Tüddern wurde trotz später Stunde nicht müde, dafür sorgten auch die Chilly-Peppers mit ihrem Showtanz. Südseeträume wurden wach, als junge fesche Damen (Mitglieder der Jugendgruppe Arearea) viel Haut zeigten.

Eine Klasse für sich war wie immer die Playback-Showband aus Tüddern, sie zündete die letzte Stufe einer stimmungsreichen Sitzung. Die „Kellerjungs” sind mehr als ein Hit - das Publikum ließ sie fast nicht mehr von der Bühne.