Kreis Heinsberg: Wird Energiesparte der West an NVV verpachtet?

Kreis Heinsberg : Wird Energiesparte der West an NVV verpachtet?

Die Energiesparte der West soll an die NVV verpachtet werden. West-Geschäftsführer Markus Palic bestätigte am Freitag auf Nachfrage entsprechende Pläne. Es gehe darum, sich mit Blick auf den Wettbewerb besser zu platzieren und gemeinsame Synergien zu heben.

Die West gehört zu 50 Prozent den Kreiswerken Heinsberg (KWH), also Kreis sowie Städten und Gemeinden, und zu 50 Prozent der Niederrheinischen Versorgung und Verkehr (NVV) aus Mönchengladbach. Die NVV wiederum gehört zu 50 Prozent der Stadt Mönchengladbach und zu 50 Prozent der RWE.

Die NVV werde - so Palic - in den nächsten Tagen den KWH vorschlagen, die Energiesparte der West zu pachten; mit Wirkung vielleicht noch rückwirkend zu Jahresbeginn. Komme es zur Verpachtung, werde sich die West im operativen Geschäft auf den Verkehr (rund 180 Mitarbeiter) konzentrieren und im Energiesektor eine garantierte Pacht erhalten, die zur Deckung der Verluste im Öffentlichen Personennahverkehr diene.

Die rund 200 Mitarbeiter im Strom- und Gasbereich (Netz und Zentrale Dienste) werden möglicherweise NVV-Mitarbeiter. Nach Aussage von Palic sollen aber alle Standorte im Kreis erhalten bleiben. Es werde Versetzungen und Personalabbau (im Zuge der normalen Fluktuation) geben, aber keine betriebsbedingten Kündigungen.

„Strom, Gas und Wasser zählen wie der Nahverkehr und die Müllentsorgung zur kommunalen Daseinsvorsorge und gehören damit vollständig in kommunale Hand”, erklärten in einer Pressemitteilung Kreisverband und Kreistagsfraktion der Grünen. Deshalb würden sie Verpachtungspläne ablehnen. Die Geschäftspolitik von RWE und NVV habe mit echtem Klimaschutz nicht viel im Sinn, kritisierten die Grünen und verwiesen auf das jüngst vorgestellte NEW-Ökotarifsystem, das die Grünen als „Mogelpackung” bezeichneten.

„Hier gehe es nicht darum, wirklich mehr sauber erzeugten Strom zu produzieren, sondern lediglich über den Zertifikathandel Marktanteile zu sichern,” so Ulrich Horst, energiepolitischer Sprecher der Grünen Kreistagsfraktion. Es sei deshalb damit zu rechnen, dass weitere Aktivitäten im Bereich der Stromerzeugung durch regenerative Energien langfristig nicht weiter verfolgt werden.

Die Kreistagsfraktion der Grünen will in Kürze mit Anträgen zur Rekommunalisierung zum Thema Energie eigene Vorschläge vorstellen, um im Kreis Gestaltungsspielraum für regenerative Energien zu behalten.