„Wir haben eine Brücke der Toleranz gebaut”

„Wir haben eine Brücke der Toleranz gebaut”

Kreis Heinsberg. „Ein Wolf hat eine Handvoll Blumen geschluckt”: - Auf den ersten Blick wirkt dieser Satz recht unverfänglich, doch in tschechischer Sprache ist er ein echter Zungenbrecher. Erst recht für alle, die des Tschechischen nicht mächtig sind.

„Multi-Kulti-Abend”

Trotz eines enormen Schwierigkeitsgrades fanden sich bei der ausgelassenen Abschlussveranstaltung des zwölften Euro-Jugend-Treffs, dem „Multi-Kulti-Abend” im Forum des Schulzentrums in Erkelenz am Ostermontag, genügend mehr oder weniger talentierte „Nachsager”.

Und das bedeutete: Spaß fürs Publikum, verbale Schwerstarbeit für die Freiwilligen. Alle teilnehmenden Volleyball-Mannschaften aus Ungarn, Polen, Russland, Tschechien und Deutschland hatten sich bühnentaugliche Präsentationen ausgedacht und stellten damit unter Beweis, dass eine Verständigung auch dann möglich ist, wenn eine beinahe babylonische Sprachvielfalt vorherrscht.

Wirklich gemein waren die Mädchen vom Erkelenzer Volleyball-Verein. Sie nämlich „zwangen” die ahnungslosen Betreuer der internationalen Jugendbegegnung zu einem kniffligen Wissens-Quiz. Gewinne gab es keine, aber dafür wurde den armen Kandidaten bei Falsch-Antworten das Gesicht eingeseift.

Weit weniger offensiv zeigte sich Team des TV Mehrhoog aus dem Kreis Wesel. Denn ihnen lagen mit ihrer Single-Show „Herzblatt” vor allem romantische Gefühle am Herzen. Ein Volksspiel voller Gesang brachte die polnische Mädchenmannschaft zur Aufführung. Darin ging es - wahrscheinlich purer Zufall - ums Heiraten. Jeder, der Lust verspürte, konnte in die Aufführung einsteigen und verdiente sich damit großen Beifall.

Völkerverständigung

Dr. Richard Nouvertné von der Stiftung der Kreissparkasse Heinsberg versprach nach dem musikalischen Teil des Abends vorsorglich: „Keine Angst, ich werde jetzt nicht singen.” Die Mittel, die die Sparkassenstiftung für den Euro-Jugend-Treff aufwendet, bezeichnete er als Investition. „Wir haben etwas gebaut: eine Brücke der Toleranz.”

Bei der ersten Veranstaltung sei sie noch sehr schmal gewesen, mit den Jahren habe sie immer mehr an Breite zugenommen. Für die Zukunft hofft Nouvertné, dass das Bauwerk Völkerverständigung weiterhin wachsen möge. „Kommt gut zu Hause an, berichtet, was Ihr hier erfahren habt”, empfahl er.

Erfolgreiche Russen

Auf ganzer Linie erfolgreich waren die Volleyballer aus Arsamas (Russland): Die Jungen- und auch die Mädchenmannschaft belegten den ersten Platz. Den zweiten Platz bei den Mädchen erspielte sich das Team aus Ozimek (Polen), gefolgt von den Sportlerinnen aus Esztergom (Ungarn), dem TV Mehrhoog und dem Erkelenzer Volleyball-Verein.

Die Jungen vom Kreissportbund wurden Zweite, der VC Ratheim Dritter und das tschechische Team aus Rumburk vierter Sieger. Die Platzierungen nahmen jedoch keinen großen Stellenwert ein.